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11.08.2015

Ein magischer Hexenkessel soll Kinder einfangen

Wie kann man den Nachwuchs für ein Museum begeistern? Daran tüfteln die Penzliner gerade – und sind auf ein Regenzauber-Gerät gekommen. In einem alten Kessel sollen Gewitter zusammengebraut werden. Doch die Finanzierung ist ein Hexenwerk.

Penzlin. In Ankershagen gibt es das schon, in Penzlin ist es geplant: Ein Spielzimmer für die kleinen Museumsbesucher. Schon 2006 wurde das ehemalige Kinderzimmer von Heinrich Schliemann auf dem Ankershagener Dachboden so hergerichtet, dass es sich für die museumspädagogische Arbeit eignet. Und es wird rege genutzt.
Penzlin hat da noch Nachholbedarf. Kommen Rittersaal, Hexenverliese und Folterkeller noch gut bei den Kindern an, ist es mit deren Aufmerksamkeit im Obergeschoss vorbei. Nur im Barlachraum gibt es einen Tisch mit Malzeug. Und so wird der schmale Flur zu den einzelnen Ausstellungsbereichen schnell zur Rennbahn für die Lütten. Die Erwachsenen sind genervt, weil sie sich an den Texttafeln über die Verfolgung der Hexen in Mecklenburg informieren möchten.
„Wir betrachten Kinder nicht als Besucher von morgen. Sie sind die Besucher von heute – und zwar als der neugierigste und empfänglichste Teil des Publikums“, sagt Museumsleiterin Professorin Andrea Rudolph und kommt auf ein spezielles Projekt zu sprechen. So soll im Burgmuseum ein magischer Kessel zum Dampfen gebracht werden.
Der Behälter ist schon da, stammt aus der Hinterlassenschaft der alten Penzliner Kautabakfabrik Priemdies. Der soll nicht mit Wasser befüllt werden, nimmt dafür einen Computer auf. So kann über den Bildschirm das Brodeln und Rauschen nachgestaltet werden, das Hexen beim Zusammenbrauen von Gewittern veranstalten. Daher kommt auch der Begriff Regenzauber-Gerät. „Eine multimediale Benutzerfläche soll den Zugang zu vielen Informationen ermöglichen. Und diese betreffen nicht nur unser Museum“, gibt Andrea Rudolph zu verstehen. So würde sich der Kessel auch für Workshops und Projekte im außerschulischen Bereich eignen.
Aufgestellt werden soll das kupferne Teil im magischen Kinderzimmer, das nur durch eine Wand vom oberen Rauchfangmantel der Burg getrennt ist. Nimmt man diese weg, ergebe sich ein weiterer Erlebnisbereich. Ganz klar erhofft sich die Stadt davon einen Besucherzuwachs. Gegenwärtig verzeichnet Penzlin im Jahr etwa 23?000 Museumsgäste. Es waren aber schon mal mehr.
Für das Einrichten des magischen Kinder- und Familienaktivraums fehlt es allerdings noch am Geld. Nach Aussage von Bürgermeister Sven Flechner seien dafür über 24000 Euro nötig. Zusagen gab es vom Kreis, von der Jost-Reinhold-Stiftung und vom Förderverein Alte Burg. Die Müritz-Sparkasse übergab bereits einen Scheck über 1800 Euro. Kultusminister Mathias Brodkorb erteilte dem Förderantrag von 8000 Euro zunächst eine Absage, was aber nichts mit der Qualität dieses Vorhabens zu tun hätte. Darum suchten Stadt und Museum Kontakt zur SPD-Landtagsabgeordneten Dagmar Kaselitz, die als ehemalige Verwaltungsmitarbeiterin die Belange des Burgmuseums selbst auf dem Schreibtisch hatte. Auch als „Chefhexe“ von Penzlin könne sie keine Wunder bewirken, meinte sie. Doch versuchen wolle sie es schon.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

11.08.2015 
Quelle: Nordkurier 

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