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03.06.2016

Eine Kirche, die selbst Bayern verzückt

Es muss schon etwas besonderes mit unseren Kirchen sein, wenn Gäste aus Bayern ins Staunen geraten. Regelmäßig besuchen sie Gotteshäuser in Mecklenburg, um den Stand von Sanierungen zu begutachten. Für Ankershagen hatten sie ein besonderes Geschenk dabei.

Ankershagen. Es war wie ein nachträgliches Geschenk zum 750. Kirchenjubiläum in Ankershagen: Die Zusage der Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“ für die Anschaffung eines neuen Bildes im Innenraum. Pastorin Angelika Finkenstein nahm die Nachricht vom Stiftungsvorsitzenden Wulf Kawan am Donnerstag freudestrahlend entgegen. Schließlich soll das Gotteshaus kein Museum sein, moderne Bilder sprechen vielleicht auch junge Menschen an.
Die Pastorin der Kirchengemeinde Möllenhagen-Ankershagen war sozusagen Gastgeberin für den Erfahrungsaustausch kirchlicher Bauexperten aus Bayern und Mecklenburg, die sich alle zwei Jahre treffen. In diesem Jahr standen die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Rostock während der Besichtigungstour im Fokus.
Die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Kirchen in Bayern und Mecklenburg gehen bis in die 30er Jahre zurück. Nach der Wende lebten sie wieder auf, gab es doch bei Sanierung und Erhalt der Gotteshäuser viel zu tun. Wie Angelika Finkenstein erzählte, pflegt ihre Kirchengemeinde Kontakte zu Christen in Schönbrunn im Fichtelgebirge, die eine Abordnung zur Jubiläumsfeier am 1. Mai schickten.
„In Mecklenburg gibt es 680 Gottesdienststätten, das Gros steht unter Denkmalschutz. Bei immer weniger werdenden Gemeindegliedern ist es eine Herausforderung, diese Kirchen zu erhalten“, sagte Karl-Heinz Schwarz, stellvertretender Baudezernent der Nordkirche. Neben dem Bestand der Gotteshäuser gehe es vor allem auch um deren Nutzung. So öffnen sich in einigen Dorfkirchen nur noch wenige Male im Jahr die Türen zum Gottesdienst. Fördervereine wie der in Ankershagen locken mit Musikveranstaltungen in den Sakralbau und nutzen den engen Kontakt zum gegenüberliegenden Schliemann-Museum.
„Die Kirchen sind der kulturelle Rest auf den Dörfern“, beschrieb Architekt Matthias Beckmann die aktuelle Situation. Allein in Mecklenburg gebe es 145 Kirchenfördervereine, was Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern doch erstaunte. Er könne nur mit 12 bis 20 solcher Vereine aufwarten, in denen sich durchweg Christen engagieren. In Mecklenburg dagegen gibt es auch viele nicht konfessionell gebundene Leute, die etwas für den Erhalt der historischen Bauwerke tun.
Um auf die Patenschaft der Kirchen zurück zu kommen: Bayern unterstützt die Gotteshäuser in Mecklenburg jährlich mit über 400 000 Euro, die aus Kollekten stammen. Verwaltet und eingesetzt werden die Gelder über die Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“. 2016 werden an die 20 Projekte unterstützt, so Wulf Kawan. Dabei gehe es nicht nur um den Erhalt der historischen Gotteshäuser. „20 Prozent der Mittel werden für Ausstattung, besondere Fenster oder Altargeräte eingesetzt. Aber auch die Erfassung von Holzskulpturen oder Filmaufnahmen von Restaurierungen werden damit unterstützt“, sagte der Stiftungsvorsitzende.
Was Bauexperten beider Länder voneinander lernen können, welche strukturellen Unterschiede es in den Kirchen gebe – auch darüber tauschten sich die Teilnehmer des Treffens in Ankershagen aus. Von der Schliemann-Gemeinde führte die Tour weiter nach Teterow und Wismar.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

03.06.2016 
Quelle: Nordkurier 

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