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22.09.2016

Eine Krönung aus Gerste und Weizen

Auch wenn die Ernte in diesem Jahr nicht so erfolgreich war für die Landwirte, wird in Krukow traditionell gefeiert. Dabei darf eine prächtige Krone nicht fehlen, die von einer Einwohnerin fachmännisch gebunden wurde.

Krukow. Aufsetzen kann sich keiner diese Krone. Mitsamt Metallgestell bringt sie wohl an die 60 Kilogramm auf die Waage. Ihren großen Auftritt bekommt sie am Sonnabend, 24. September. Denn dann wird Erntefest in Krukow gefeiert und das gute Stück führt den traditionellen Umzug ab 14 Uhr durchs Dorf an. Auf die Huke in luftiger Höhe wird sie dabei von einem Traktor genommen.
„Alle zwei Jahre muss die Erntekrone neu gebunden werden. Und das war jetzt der Fall“, sagt Melanie Steinmetz, die mit ihrer Familie vor zwölf Jahren von Neubrandenburg nach Krukow ins Penzliner Land zog. Als gelernte Floristin kennt sie sich aus mit solchen Spezialaufträgen und übernimmt als Mitglied des Kultur- und Sportvereins gern diesen Auftrag. „Wir kommen hier alle super miteinander aus, was zum Wohlfühlen im Ort beiträgt. Auch die Zuzügler werden schnell integriert, das stärkt die Dorfgemeinschaft ungemein“, zeigt sich die 40-Jährige ganz begeistert. Im Prinzip hat sie die neue Erntekrone schon fast fertig gebunden, die ihren Platz auf einem Wagen im Freien unter dem schützenden Hausdach erhalten hat. Das Teil in der Scheune unterzubringen, wäre ein Risiko. Denn dort würden sich Mäuse eventuell darüber hermachen, vermutet die Krukowerin. Zum Erntefest am Sonnabend binden einigen Mitstreiterinnen dann noch Blüten wie Dahlien oder Sonnenblumen ein.
Zwei Getreidearten zieren in diesem Jahr die schmucke Krone. Und zwar Wintergerste und Weizen. Die Bunde wurden von Landwirt Toni Zillmann zur Verfügung gestellt. Um das Trocknen und Zuschneiden der Getreidehalme kümmerte sich Gemeindearbeiter Rüdiger Kirschen aus Lapitz. „Es kostet schon eine Menge Zeit, um so etwas Dekoratives aus Naturmaterial zu basteln. Mein Mann André hat mir dabei geholfen“, kommt Melanie Steinmetz auf die Arbeitsschritte zu sprechen. Bevor der Metallrahmen bestückt werden konnte, hat sie zuvor an die 500 Handsträuße aus dem Getreide gebunden. Und diese wurden auf dem Gestell von oben nach unten mit Wickeldraht befestigt. Das waren sechs Rollen a 10 Meter. „Als ich meinen Kollegen im Blumengeschäft von meinem Feierabendauftrag berichtete, wünschten sie mir wohl fast mitleidig ,Viel Spaß‘. Hatten wir doch gerade zusammen eine zwei Meter hohe Richtkrone für einen Rohbau gestaltet“, erinnert sich Melanie Steinmetz an diesen Moment. Gern hätte sie bei der Krukower Erntekrone auf die Plasteschleifen verzichtet, ging dann aber doch Kompromisse ein.
Nach dem Umzug bekommt die Krone ihren festen Platz im Schloss des Dorfes, das sich in Gemeindeeigentum befindet. So schmückt sie den Saal noch zur Weihnachts- und Faschingsfeier. Auch das hat Tradition in Krukow. „Auf jeden Fall werde ich am Sonnabend unter der Krone ausgelassen mit meinem Mann tanzen“, freut sich die Floristin, die Mutter eines 15-jährigen Sohnes ist.
Mitfeiern in Krukow wollen auch die Vier-Tore-Musikanten aus Neubrandenburg, es gibt eine Hüpfburg für die Kinder und die Dorfbewohner können sich beim Hufeisenweitwurf und am Schießstand beweisen. Ebenso beliebt wie das Kuchenbüfett ist die Tombola. „Wir feiern ohne Unterbrechung. Am Abend sorgt die Kucksseer Partyband für Stimmung“, kündigt Bürgermeister Norbert Böttcher an.
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22.09.2016 
Quelle: Nordkurier 

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