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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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30.08.2016

Eine List schafft den toten Adligen über die Grenze

Ein Loch an der Feldhecke gibt den Blick frei auf die Steinpyramide auf dem Tempelberg, zwischen Werder und Lübkow. Hier befindet sich das Grabmal des Freiherren Joseph Christian Heinrich von Maltzan (1735-1805).

Werder. Um seine Beisetzung rankt sich eine Geschichte, die in Unterlagen der Stadt Penzlin nachzulesen ist:
Geboren am 20. Juli 1735 hatte Joseph von Maltzan, Reichsfreiherr zu Wartenberg, nach Militärdiensten in der britischen und preußischen Armee die hochverschuldete Standesherrschaft Penzlin geerbt. Mit neuen Wirtschaftsmethoden und Anbau ausgesuchter Feldfrüchte gelang es ihm, das Anwesen wieder in geordnete Verhältnisse zu bringen. Am 30. April 1805 starb Maltzan in der Nähe von Warschau, wo er auch Besitz hatte.
Laut Testament sollte er seine letzte Ruhe auf dem Tempelberg bei Penzlin bekommen. Doch da tat sich ein Problem auf. Denn die preußische Regierung hatte aufgrund einer Choleraepidemie eine Grenzsperre erlassen. Es bedurfte einer List: So wurde der Leichnam einbalsamiert, in Kleidung gesteckt und aufrecht sitzend in einer Kutsche nach Punschendörp gebracht. Unter der Steinpyramide wurde Joseph von Maltzan am 26. Mai 1805 begraben. Darüber informiert auch eine Tafel an der Straße zur Pyramide. Das Grabdenkmal war von der Wittwe Johanna, eine geborene Gräfin von Luckner, entworfen worden.
Georg Ferdinand, der Sohn des Reichsfreiherren, hob übrigens 1816 als erster Gutsherr in Mecklenburg die Leibeigenschaft auf seinen Gütern auf. Das war vor 200 Jahren und beschert Penzlin in diesem Jahr ein besonderes Gedenken. Um das Grabmal seines Vorfahren kümmert sich Albrecht Freiherr von Maltzan. Schmiedemeister Uwe Böttcher aus Penzlin hat das Kreuz für die Pyramide gefertigt.

30.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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