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25.08.2017

Eine Sächsin greift nach neuer Heimat

Man könnte fast sagen: In Zahren trifft sich die Welt. Denn das kleine Dorf bei Groß Vielen ist Wohnort für Leute aus ganz Deutschland geworden. Auch Petra Friedrich aus Sachsen fühlt sich hier total wohl.

Zahren. Scharenweise sammeln sich die Stare in der großen Linde vor dem Haus. Schon in einigen Wochen werden sie sich zu ihrem Winterquartier in wärmere Länder aufmachen. Die Sachen zu packen, das kennt Petra Friedrich allzu gut. Denn alle sieben Tage macht sie sich auf den Weg nach Sachsen. Vor allem der Arbeit wegen. Aber auch aus persönlichen Gründen. Hat ihr größerer Sohn doch sein Zuhause in Meißen.
„Ich habe noch immer eine Praxis dort, die ich nach meinem Berufsabschluss 2004 dort eröffnet habe”, sagt die Heilpraktikerin, die 2014 mit der Familie nach Zahren kam. Nach vier Studienjahren auf Lehramt für Deutsch und Kunst arbeitete die gebürtige Zittauerin viele Jahre im Büro einer Zimmerei. Dort hat sie auch ihren Mann Moritz Minar kennengelernt, der im Handwerksbetrieb seine Lehre absolvierte. Er ist gebürtiger Erfurter, kam aber mit der Familie als Zweijähriger ins kleine mecklenburgische Dorf Zahren, das einst Ortsteil von Groß Vielen war.
„Er wollte immer zurück. Als für unsere Tochter die Einschulung bevor stand, haben wir uns für den Umzug entschlossen”, berichtet Petra Friedrich. Gern erinnert sie sich an die Ankunft in Zahren mit voll bepacktem Laster und zwei Pferden an Bord. „Wir wurden von den Dorfbewohnern freundlich begrüßt und viele Hände halfen beim Entladen. So etwas hatte ich vorher noch nicht erlebt”, erinnert sich die 47-Jährige, die die mecklenburgische Landschaft mit ihren kleinen Hügeln, Seen und Wäldern längst ins Herz geschlossen hat. Hier möchte sie nie wieder weg.
Nur der berufliche Neustart gestaltet sich zäh auf dem platten Land. Mit seinem handwerklichen Geschick hat der Ehemann ihr besondere Räumlichkeiten für die Betreuung von Patienten geschaffen. Petra Friedrich hat die Ausbildung in klassischer Homöopathie in der Tasche, qualifizierte sich aber auch zur Tierheilpraktikerin. Und so berät sie auch, wenn ein Kater ständig in der Wohnung markiert, Hunde unter Ausschlägen leiden oder Darmprobleme zeigen und Pferde husten oder mit Hauttumoren zu tun haben. Dass die Naturheilkunde in den zurückliegenden Jahren mehr Anhänger gewonnen hat, das kann auch die Zahrenerin bestätigen. Besonders junge Mütter suchen meinen Rat”, sagt sie und denkt an eine eigene Lebensphase. Denn während der ersten Schwangerschaft überlegte auch sie oft, was sie bei Krankheit mit ihrem Kind machen müsste. So kam sie zur Homöopathie, hatte sich damals schon längst vom einst erwählten Lehrerberuf verabschiedet.
Momentan beschäftigt sich Petra Friedrich mit dem biologischen Dekodieren. Diese Therapie soll helfen, den Krankheits-Code zu knacken. Dabei geht es um die persönliche Prägung des Patienten in der Vergangenheit, um Ursachenforschung und emotionales Empfinden. „Sich in diesen Fragen zu öffnen, ist nicht jedermanns Sache. Doch ich möchte mich auf dieser Strecke weiterbilden, um meinen Patienten noch mehr helfen zu können”, sagt Friedrich.
Mit ihr ins Gespräch zu kommen, das ist auch unmittelbar an der Pferdekoppel auf dem Gehöft möglich. Schöne Natur gibt es in Zahren genug. Längst ist Petra Friedrich hier als gebürtige Sächsin nicht allein unter Mecklenburgern. Denn in dem kleinen Dorf, das Ortsteil von Penzlin ist, haben sich Menschen aus allen Himmelsrichtungen angesiedelt. Und sie sind ungemein kreativ. Wie zum Beispiel Heike Gerling aus Berlin, die mit ihrer Erlebniswerkstatt mit Galerie nicht nur die Kinder des Dorfes begeistert. „Mein Schwiegervater führte hier früher auch eine Praxis. Der Name stand für die Dorfkneipe, in der es oft tolle Musikereignisse gab”, fügt Petra Friedrich hinzu und sieht sich mit ihrer ganz anders gelagerten Praxis doch irgendwie als Nachfolger in der Familie.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

25.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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