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12.06.2013

Eine Schönheit aus Scherben mit glänzendem Gesicht

Auch wenn es kaum einer weiß: In Rumpshagen schlummert ein Kleinod unter den mecklenburgischen Gutshäusern. Alle vier Außenfassaden des stolzen Gebäudes sind mit grünen Glassplittern verputzt.
Von Jörg Döbereiner

Rumpshagen. Alte Gutshäuser, die renoviert in neuem Glanz erstrahlen, sind in Mecklenburg-Vorpommern nichts Neues. Das Gutshaus von Rumpshagen aber punktet mit einer Besonderheit: In den Putz der Fassade sind Glasscherben eingearbeitet, und das an allen vier Wänden. Scheint die Sonne auf das Gebäude, schimmert es blaugrün, fast wie ein Smaragd – ein echter Hingucker.
Was in Mecklenburg-Vorpommern einzigartig ist, war früher vor allem in Süddeutschland durchaus geläufig. Dort brachte man besonders in Kleinstädten gern Glas an Schaufassaden an. Doch wie gelangte die süddeutsche Tradition in den Norden? Im Fall Rumpshagen führt die Spur zur Familie derer von Gundlach. Sie stammte aus Hessen und hatte es in der Müritz-Region mit Glashütten zu Wohlstand gebracht.
Jobst von Gundlach erwarb das Gut Rumpshagen im Jahr 1752. Ob das Gutshaus damals schon stand oder ob es der neue Besitzer erst bauen ließ, darüber rätseln die Experten. Sicher ist aber: Es waren die von Gundlachs, die auf die Idee kamen, das Haus mit dem ganz speziellen Putz zu versehen. „Sie wollten die Gepflogenheiten des Adels annehmen und natürlich an ihr gläsernes Gewerbe erinnern“, sagt Christa Kostolnik, die sich für ein Buchprojekt intensiv mit der Geschichte Rumpshagens befasst.
Jobst von Gundlach war es auch, der einen sogenannten Fideikommiss erließ. Das bedeutet, dass das Gut Rumpshagen nicht geteilt und verkauft werden durfte. So blieb es bis 1945 im Familienbesitz. In der DDR-Zeit beherbergte das Gebäude unter anderem ein Gemeindebüro, einen Konsum, einen Kulturraum und Wohnungen – die Fassade aber verlor mehr und mehr von ihrem Glanz. „Es ist ein kleines Wunder, dass der Putz wenigstens in Teilen noch am Haus geblieben ist“, meint Christian Rohrbach, dem das Gutshaus seit dem Jahr 2000 gehört. Er sanierte bereits die Frontfassade und den linken Giebel. Der Rest soll folgen. „Wir wollen damit zum Erhalt der architektonischen Kulturlandschaft im Land beitragen“, sagt Christian Rohrbach.
In Rumpshagen heißt es, dass das Gutshaus nicht nur von außen sehenswert ist, sondern auch von innen. Führungen durch das Gebäudes gibt es zum Tag des offenen Denkmals durch den Besitzer persönlich. Die prächtige Außenfassade darf das ganze Jahr über bestaunt werden.

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j.doebereiner@nordkurier.de
12.06.2013 
Quelle: Nordkurier 

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