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17.05.2017

Eine Schatzkiste für Penzlin

Erbepflege ganz konkret. Das Stadtarchiv in Penzlin nahm einige Bücher von Otto Piper in sichere Verwahrung, die an den einstigen Bürgermeister erinnern. Eine Schenkung der Familie, die der Stadt noch immer gewogen ist.

Penzlin. Die Penzliner sind ein Völkchen für sich. Das stellte 1898 schon Otto Piper fest, der in seinem plattdeutschen Buch „Ut ‘ne lütt Stadt“ einige seiner Beobachtungen bekannt gab. Auf humorvolle Weise schilderte der Autor (1841-1921) seine Erlebnisse mit den anscheinend „sturköpfigen“ Penzlinern, gab der Kleinstadt dabei aber den Namen „Pillnow“. Und eben dieses Werk kam nun mit weiterer Literatur in einer Bücherkiste in der Stadtverwaltung Penzlin an.
„Es handelt sich dabei um eine Schenkung für unser Archiv. Dr. Ernst Piper, Urenkel von Otto Piper, hat uns aus dem familiären Nachlass einige Veröffentlichungen zukommen lassen“, sagt Bürgermeister Sven Flechner, der sozusagen zu den Nachfolgern von Otto Piper im Amtssitz Penzlin zählt. Denn Otto Piper war im Zeitraum von 1879-1889 Bürgermeister in Penzlin. Er gilt zudem als einer der Begründer der wissenschaftlichen Burgenforschung, war als Anwalt, Redakteur und Autor tätig. Sein Sohn Reinhard, der noch in Penzlin aufwuchs, gründete 1904 den Piper Verlag München.
Hildtraut Fischer, Hobbyhistorikerin in der Stadt, widmete sich in einigen Veröffentlichungen im Rahmen des Arbeitskreises Stadtgeschichte dem unvergessenen Bürgermeister, der das Jagdwesen in geordnete Bahnen brachte und sich um die Neuvermessung der Feldmark kümmerte. Für Stadtarchivarin Susan Lambrecht ist diese Bücherschenkung ein Schatz. „Machen diese Werke doch ein Stück Stadtgeschichte aus. Sie bekommen ihren festen Platz in unserem Archiv”, freut sie sich.
Das heißt, dass die Piper-Bücher nicht ausgeliehen werden können. Sie stehen nur zu Forschungszwecken zur Verfügung, können in der Einrichtung eingesehen werden. Neben den plattdeutschen Veröffentlichungen von Otto Piper findet sich unter den geschenkten Büchern auch ein kleiner Abriss seiner Burgenkunde sowie eine kritische Studie zum Wiederaufbau der Hohkönigsburg im Elsass. Sagen aus ganz Deutschland veröffentlichte Piper in seinem Buch „Der Spuk — 250 Geschehnisse aus der Welt des Uebersinnlichen”, dabei ging er ebenso auf Mystisches in Burganlagen ein. Laut Susan Lambrecht suchte der Autor dabei auch den Kontakt zu Richard Wossidlo.
Einen ganz behutsamen Umgang verlangt das Blättern in den Skizzenbüchern von Otto Piper, die anscheinend von einer Italienreise stammen. Mit feinen Bleistiftstrichen wurden Umrisse von Burgen und andere wichtige Details festgehalten. „Diese original handschriftlichen Zeugnisse sind etwas ganz Außergewöhnliches”, wagt die Archivarin eine Wertung.
Der 65-jährige Urenkel Ernst Piper aus Berlin ist auch als Verleger sowie als Literaturagent und Historiker tätig. Er hält den Kontakt zu Penzlin. Der Piper Verlag wurde 1995 von einem schwedischen Unternehmen übernommen.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

17.05.2017 
Quelle: Nordkurier 

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