Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
14.12.2016

Eine gute Gabe für den Rauschebart

Hiobsbotschaft vom Nordpol: Der Weihnachtsmann tritt in der heißen Phase vor dem Fest in den Ausstand. Fällt nun Heiligabend aus? Lesen Sie im nächsten Kapitel der fiktiven Müritzer Weihnachts-geschichte, bei der Sie, liebe Leser, gern mitschreiben können, unter welchen Umständen der Bärtige endlich seinen geliebten Kakao bekam und was in der Faust der kleinen Roberta für ihn steckte.

Penzlin. „Brrrrr!“ Der Weihnachtsmann schüttelte sich. Langsam, sehr langsam öffnete er die Augen. Beinahe andächtig starrten ihn staunend etwa zehn kleine Mädchen und Jungen an. Unwesentlich größer als er. Wie auch? Denn der Weihnachtsmann lag auf dem Boden. Auf dem warmen, weichen Spielzeug-Fußboden in der Kita gegenüber der Penzliner Burg. Dorthin hatte man den Bärtigen nach seiner Ohnmacht im Verlies gebracht. Aber was war passiert? Und wo um aller Rentiere Willen war er hier gelandet? Und was wollten diese Kleinen von ihm? Hatte man ihn gefesselt, um ihm Geschenke abzupressen?
Da spürte der Weihnachtsmann ein ganz leises, zartes Streicheln im Gesicht, ein Kitzeln am Bart. Ein kleines Mädchen hatte seine Wangen liebkost, ob er wohl wieder zu sich kommen und ein Lächeln zurückgeben würde? „Roberta, was machst du da?“, rügte die Erzieherin die Kleine. „Vielleicht mag der Weihnachtsmann nicht, wenn man in seinem Bart wühlt!“ Mühsam richtete der Alte sich auf und lächelte die kleine Roberta an. Es hatte ihm gar nichts ausgemacht, das sie ihm am Bart gekitzelt hatte. Die ersten Kinder begannen ein Weihnachtslied zu singen, reichten dem Rauschebart Kekse und baten um eine Geschichte.
Das verdutzte den Alten. Bestanden diese Kinder hier denn gar nicht auf Geschenke, fragte er sich. Er hätte ja ohnehin seinen Sack mit den Präsenten nicht dabei gehabt – war ja im Streik. Aber Geschichten, die hatte er immer parat in seinem Kopf. Denn der Weihnachtsmann konnte ganz viel erzählen. Nicht nur seine Wichtel luchsten ihm hin und wieder eine kleine schöne Anekdote aus seinem langen Weihnachtsmannleben ab, sondern auch seine geliebte Weihnachtsfrau hatte sie gern gehört. Und manchmal meinte er sogar, dass seine Rentiere ihm lauschten, wenn er ihnen beim Striegeln eines seiner Märchen erzählte und sie die Ohren spitzen und die Augen halb schlossen. „Wie es den Rentieren wohl geht“, dachte der Weihnachtsmann und bekam sogar ein wenig ein schlechtes Gewissen.
Aber lange Zeit zum Trübsalblasen blieb ihm nicht. Die Kinder hockten im Halbkreis erwartungsfroh auf dem Boden. Roberta stand noch immer neben ihm und sah den Weihnachtsmann sehr genau an. So dicht hatte sie den noch nie gesehen. Wenn sie das am Abend Mama und Papa erzählen würde... Heute morgen hatte sie noch gedacht, dass es das Aufregendste des Tages war, dass jeder seine Lieblingsbeschäftigung mit in die Kita bringen durfte. Sie hatte ihre bunte Steinesammlung eingepackt. Wann immer ein schöner oder speziell geformter Stein am Wegesrand zu entdecken war, nahm Roberta ihn mit und hatte schon eine große Dose damit gefüllt.
Doch da begann der Alte seine Geschichte. Es waren einmal sieben Rentiere: Hugo, Hans, Herrmann, Hertha, Henriette, Hinrich und Helene. Die konnten alle den Buchstaben H nicht aussprechen. Was das für die Sieben bedeutete, wenn sie sich jemandem vorstellen mussten, das erfuhren die Kita-Kinder und mussten schallend lachen. Als die Geschichte viel zu schnell zu Ende war,
klatschten die Kinder. Und es gab für alle einen Kakao. Da war der Weihnachtsmann sehr, sehr glücklich. Der dampfende süße Kakao hatte ihm schon lange gefehlt.
Als er sich später verabschiedet hatte und schon im Gehen war, da kam Roberta ihm hinterher gelaufen und reckte dem Bärtigen ihre kleine Faust hin. Ein kleiner weißer Stein mit vielen Glitzerpünktchen lag darin. „Für dich!“,
strahlte sie. Und der Weihnachtsmann spürte: Das ist eine Gabe, die mir zugemessen ist. So könnte sich Weihnachten gut anfühlen... Er hätte einen Freudensprung machen können. Doch dann fiel im sein Knie wieder ein und was wohl mit dem Hexenmal geworden sei. Aber hier vor den Kindern wollte er nicht danach schauen. Er ging bis zur Straße, ließ sich ein Stück von einem Fuhrwerk mitnehmen. „Ankershagen“ stand da schließlich und auch noch ein Pferd, eines aus Holz...
Fortsetzung folgt...

14.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de