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30.10.2015

Eine kleine Stadt zeigt sich ganz „WeltOffen“

Für die Flüchtlinge in Penzlin ist nicht die neue Sprache das Problem. Gerne möchten die Neubürger arbeiten. Doch dazu hatten sie bisher kaum eine Möglichkeit. Jetzt aber gehen die rührigen Penzliner neue Wege – beispielhaft für andere Kommunen, die bei der Integration noch Nachholbedarf haben.

Penzlin. David Akwasi wird von seinen Freunden meist nur „Herr Schuhmacher“ gerufen. Dieser Spitzname liegt nahe – hat er doch in seinem Heimatland den Beruf des Schuhmachers gelernt. Sein Können präsentiert der 20-Jährige nun auch auf der Homepage des neuen Penzliner Vereins „WeltOffen“. Heike Hoch, die erste Vorsitzende, und die Landtagsabgeordnete Dagmar Kaselitz (SPD) präsentierten in einer Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge die Vorteile des Vereins. „Mit dieser Plattform sind die Flüchtlinge besser für Firmen und weitere Institutionen wahrnehmbar“, machte Koch deutlich. Sie ist eine von vielen Penzlinern, die sich seit Monaten um die 22 Ghanaer und Mauretanier in Penzlin liebevoll kümmert. Doch damit nicht genug – am Dienstag kam Nachschub, 24 Syrer trafen in der kleinen Stadt ein. „Sie müssen hier erst ankommen, dann schauen wir weiter“, sagte Anja Hänisch aus dem Amt für Ordnung, Bau und Wirtschaftsförderung.
Da sind die Penzliner mit ihren Integrationsbemühungen für die Flüchtlinge aus Ghana und Mauretanien schon etwas mehr vorangekommen. „Sie haben eine Aufenthaltsgestattung“, sagt Dagmar Kaselitz.
Allerdings sei bei keinem dieser Flüchtlinge bislang der Asylantrag geklärt. Auch für die Flüchtlinge selbst ist diese ungelöste Frage ein großes Problem. „Wir brauchen eine Erlaubnis, um zu bleiben“, berichtete Jalil Adam bei der Info-Veranstaltung. Der 18-Jährige dankte den Penzlinern sogar in deutschen Worten für ihre Gastfreundschaft. „Wir fühlen uns hier wie in unserer Heimat“, sagte er. Jalil Adam machte aber auch auf ein weiteres Problem aufmerksam. „Es gibt keine Arbeit für uns.“
Der Verein „Weltoffen“ weiß um diesen Mangel und setzt mit seiner Homepage genau an diesem Punkt an. So bewerben sich die Ghanaer und Mauretanier auf der Internetseite mit ihrer jeweiligen Qualifikation um einen Praktikumsplatz. Während David beispielsweise mit seinen Schuhmacher-Kenntnissen wirbt, hatten andere Flüchtlinge einst als Autoelektriker gearbeitet oder in ihrem Heimatland eine Lehre als Pharmazeutischer Assistent begonnen – die nun fortgesetzt werden soll.
Flüchtlinge, die länger als drei Monate hier sind, können unter bestimmten Voraussetzungen eine Arbeit annehmen oder als Praktikant beschäftigt werden. „Sind sich der Flüchtling und der jeweilige Betrieb einig, kann der Asylbewerber eine Beschäftigungserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragen“, erläuterte Heike Hoch. Im weiteren Verlauf prüfe die Behörde dann gemeinsam mit dem Arbeitsamt den Antrag auf Beschäftigungserlaubnis. „Bisher gibt es aber noch keine Anfragen“, sagte Heike Hoch.
Dafür wurde von den Penzlinern nachgefragt, ob die Flüchtlinge nicht in dem einen oder anderen Verein ehrenamtlich aktiv werden könnten. „Alles sollte aber über unseren Tisch laufen, damit wir alles koordinieren können“, entgegnete Dagmar Kaselitz, in deren Wahlkreisbüro die Koordinierungsstelle für Flüchtlingshilfe eingerichtet ist. Die Flüchtlinge selbst möchten mit anpacken. „Gerne möchten wir etwas zurückgeben für die Hilfe, die wir hier erfahren haben“, machte Jalil Adam in seiner Dankesrede deutlich.
Dass dies durch „WeltOffen“ künftig erleichtert wird, betonten die Verantwortlichen: Durch die Vereinsgründung können auch Spenden und Fördergelder für Flüchtlingsprojekte eingeworben werden.

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n.schuldt@nordkurier.de

30.10.2015 
Quelle: Nordkurier 

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