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31.05.2017

Einen Schnaps und alles Gute zum 102. Geburtstag

Die älteste Einwohnerin von Penzlin wohnt im Ortsteil Mallin auf einem Anwesen, das für mehrere Generationen bestimmt ist. Hier findet Anneliese Wießmann Ruhe und Gesellschaft gleichermaßen. Heute wird sie 102 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

Mallin. Der Raps ist verblüht. Nur vereinzelt sind noch gelbe Blüten an den Pflanzen auszumachen. Anneliese Wießmann hat die Feldfläche immer im Blick, kann von ihrem Bett im Wohnzimmer aus die Natur betrachten. Momentan sind es die Amseln, die zwischen den Bäumen hin und her fliegen und der Seniorin täglich Freude bringen. Noch vor einem Jahr konnte die ältere Dame aus Mallin das Geschehen vor ihrer Tür von der Terrasse aus verfolgen. Nach einem Sturz und daraus resultierenden Rippenbrüchen muss sie nun das Bett hüten. Das gilt auch für ihren großen Tag. Denn heute wird Anneliese Wießmann 102 Jahre alt und ist damit die älteste Einwohnerin von Penzlin.
Dass sie — wie Sohn Jobst berichtete — immer noch einen guten Blutdruck habe und wenig Medikamente einnehmen müsse, das bestätigen auch die Mitarbeiter von der Penzliner Diakonie-Sozialstation. Sie schauen regelmäßig bei der Seniorin vorbei und schmunzeln immer wieder über deren flotte Sprüche. „Ich mag es, lustig zu sein”, erzählt Anneliese Wießmann, die gerne Musik hört. Schlager von einst. Wie der Titel „Man müsste nochmal 20 sein und so verliebt wie damals....”, den Willy Schneider 1969 trällerte. An den Sänger kann sich die Mallinerin nicht mehr erinnern, Textpassagen und Melodie fallen ihr aber noch ein. Und sie hat — wie sie erzählt — immer noch einen recht guten Appetit. Rotkohl und Schmorbraten gehören zu den Lieblingsgerichten. Die Bonboniere neben dem Bett verrät aber auch, dass hier gern genascht wird. Gefüllte Zartbitterschokolade ist der Renner.
Umsorgt wird Anneliese Wießmann von ihren Kindern und Enkeln, die sie zu sich nach Mallin geholt haben. Noch mit 99 Jahren bewohnte sie allein in der Neubrandenburger Oststadt eine Zweiraumwohnung im Hochhaus mit toller Aussicht. Mit dem Ausbau eines alten Siedlungshauses an der Meierei in Mallin holte Sohn Jobst, der als freiberuflicher Bauingenieur arbeitet, die Mutter zu sich und baute ihr auf dem Grundstück ein eigenes kleines Häuschen. So leben hier mehrere Generationen. Mittendrin die 102-Jährige, die so genügend Ruhe findet, aber auch immer Besuch bekommt.
Geboren wurde Anneliese Wießmann im polnischen Natolewice (Natelfitz), lebte mit ihrem Mann in Stettin. Nach dem Krieg siedelte die Familie nach Mecklenburg über. Als Hausfrau und Mutter kümmerte sich Anneliese Wießmann um die beiden Söhne und um das gemütliche Zuhause. „Ich habe meinen Mann früh verloren. Um Gesellschaft zu haben, ließ ich schon damals immer den Fernseher laufen”, erinnert sich die Jubilarin. Auch heute hat das Gerät gut zu tun, wenngleich Sendungen und Filme von der Zuschauerin nur mäßig verfolgt werden.
Wie in der Familie zu erfahren war, soll der Geburtstag am Sonnabend nachgefeiert werden. Anneliese Wießmann hofft dabei auf ein Stück Schokotorte. Und auch einen kleinen Schnaps — selbstgemachter Honiglikör aus dem Hause Wießmann — würde sie nicht ablehnen, fügt sie schmunzelnd hinzu.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

31.05.2017 
Quelle: Nordkurier 

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