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03.11.2016

Einfach nur meisterhaft war ihr nicht genug

Qualifikation mit Bravour bestanden und fast schon einen eigenen Salon sicher: Für eine Neustrelitzerin erfüllen sich in Penzlin Träume, die vor allem mit Haaren zu tun haben.

Penzlin. Gerahmt ist er. Nun kommt der Meisterbrief gleich neben dem Arbeitsplatz von Katharina Henning an die Wand im Salon am Markt in Penzlin. Da können ihn dann auch die Kunden sehen. Schon nach Abschluss der Prüfung im April dieses Jahres gab es für die Friseurin viele Glückwünsche. Doch jetzt setzte die 36-Jährige noch einen Trumpf obendrauf: Gehörte sie im Kreis von 275 jungen Handwerksmeistern und Betriebswirten doch zu den 20 Besten! Dafür gab es während der großen Feier in der Rostocker Stadthalle von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern neben dem Meisterbrief noch ein extra Präsent.
„Ich hatte es immer schon vor, diese Qualifizierung anzugehen. Als es dann im Juni 2013 losging, bekam ich doch etwas Bammel. Denn das war schon eine Herausforderung”, erinnert sich die junge Frau, die in Neustrelitz zu Hause ist. Neben anfänglichen Zweifeln entfachte sich aber auch der Wille, die Sache möglichst gut zu machen. Günstig erwies sich dabei, dass die dreijährige Meisterausbildung berufsbegleitend absolviert werden konnte.
Mitgetragen wurde der Entschluss, sich noch mal auf die Schulbank zu
Ursula Hofmann, die schon seit 1993 den Penzlinern die Haare schneidet. Zunächst als Angestellte, seit 2004 ist sie selbstständige Unternehmerin. „Ich habe Katharina darin bestärkt, die Meisterausbildung zu machen. Bildet sie doch nach wie vor die Grundlage dafür, sich beruflich auf eigene Beine zu stellen”, sagt Ursula Hofmann und verhehlt dabei nicht, dass ihr die erfolgreiche Weiterbildung der Mitarbeiterin in höchstem Maße gelegen kommt.
”So habe ich jetzt schon eine Nachfolgerin für meinen Salon. Es gibt zwar noch keinen Termin für die Übergabe, aber alles läuft jetzt in unkomplizierten Bahnen”, freut sich die 63-Jährige. Und für Katharina Henning – im Salon nennen sie alle nur „Kathi“ – tut sich damit eine besondere Perspektive auf. Darüber freuen sich auch ihr Mann, der als Stahlbauer in Rethwisch arbeitet, die achtjährige Tochter sowie Eltern und Schwiegereltern.
„Den Friseurberuf habe ich mal in Neubrandenburg von der Pike auf gelernt. Ich arbeite gern hier in Penzlin, der Beruf ist sehr abwechslungsreich”, meint die Jungmeisterin. Dabei benötigte auch sie eine gewisse Einarbeitungszeit, als sie 2000 von der Viertorestadt in die kleinere Ortschaft wechselte. Das hatte aber nichts mit ihrem Können und Beherrschen des Handwerks zu tun. Menschenkenntnis war gefragt, um bei den Penzlinern ein Bein in die Tür zu bekommen. Handelt es sich hier doch um ein ganz eigenes Völkchen.
Doch das Eis ist längst gebrochen. Der Salon kann sich über fehlende Stammkundschaft nicht beklagen. So haben Ursula Hofmann, Katharina Henning und Nicole Thiele immer gut zu tun. „Bestimmte modische Trends kommen hier immer etwas später an. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht zu kennen braucht”, sagt die Saloninhaberin und verweist auf eine Schulung in diesem Monat in Dresden, bei der es um Frisuren im aktuellen Modeherbst und -winter geht. Die Dauerwelle, die vor 110 Jahren erstmals in Friseurgeschäften gelegt wurde, sei so gut wie out. Heute geht die Empfehlung zur Volumenwelle. „Dennoch spielt diese Frisur immer noch in Prüfungsunterlagen eine Rolle”, weiß Katharina Henning.
Übrigens sind es auch im Salon am Markt in Penzlin vorwiegend Frauen, die hier regelmäßig ihre Haare pflegen und in Form bringen lassen. „Männer wollen ihre Haare nur mal eben schneiden lassen, was ihrer Meinung nach ja wohl nur fünf Minuten dauern würde. Dabei bräuchten gerade sie mal eine ordentliche Beratung”, erfährt Ursula Hofmann immer wieder. Aber eben auch diese Begegnungen machen den Spaß an der Arbeit aus.
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m.jacobs@nordkurier.de

03.11.2016 
Quelle: Nordkurier 

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