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09.12.2015

Engagement von Herzen – nur woher kommt das Geld?

Für seine Kleinstadt Penzlin kann der Bürgermeister eine ganze Reihe von Hilfs-Projekten für Flüchtlinge aufzählen. Aber auch dort stellt man sich die Frage, ob die Kommune für ihre Unterbringungs- und Integrationsbemühungen auch finanziell entlastet wird.

Penzlin. Die Fußballer aus Senegal, Ghana und Mauretanien tanzten und trommelten nach dem Abpfiff – dabei hatten sie das Freundschaftsspiel gegen ein Team des Penzliner Sportvereins (PSV) mit 3:10 verloren. Doch der Auftritt des Flüchtlings-Team war so beeindruckend, dass sich auch Coach Dieter Lattmann zum Mittanzen hinreißen ließ. Sport verbindet. Sven Flechner erzählt die Geschichte vom Freundschaftskick zwischen dem PSV-Team und der afrikanischen Auswahl gerne, wenn es um die Integration von Flüchtlingen in seiner Stadt geht.
Für die Kleinstadt kann der Bürgermeister eine ganze Reihe von positiven Beispielen im Umgang mit Flüchtlingen aufzählen. „Es ist bewundernswert, wie sich die Leute einbringen“, sagt Flechner. Erst vor kurzem haben beim traditionellen Adventskonzert des Penzliner Männerchors afrikanische Flüchtlinge Lieder aus ihrer Heimat vorgetragen und ein Trommelstück aufgeführt.
Zur Zeit sind in Penzlin 46 Flüchtlinge aus Syrien, Ghana und Mauretanien untergebracht. Die Stadt ist laut Bürgermeister für die Aufnahme weiterer Neuankömmlinge vorbereitet. „Zwei bis drei Wohnungen halten wir vor“, sagt Flechner. Die Situation habe sich derzeit beruhigt. „Der Druck ist abgeklungen.“
Mit der reinen Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden sei es aber alleine nicht getan, sagt Flechner. Die Flüchtlinge müssten auch ins alltägliche Leben mit eingebunden werden. Nur so würde es gelingen, Vorbehalte und Ängste abzubauen. Und manchmal geht Integration auch durch den Magen. Im Gemeindehaus von Mollenstorf hatte der Verein Penzlin WeltOffen vor einigen Tagen zu einem afrikanischen Kochabend eingeladen. Serviert wurden exotische Gerichte mit Kochbananen, Süßkartoffeln, Yamwurzeln und Klößen aus Fufu-Brei. Zubereitet hatten das Essen Flüchtlinge aus Ghana. Über drei Stunden standen die Männer in der Küche schnippelten Rindfleisch, Zwiebeln und Ingwer für traditionelle Suppen und Eintöpfe. Sie zauberten ein afrikanischen Buffet für rund 20 Gäste auf den Tisch.
Trotz der Erfolge bei der Integration verweist Flechner aber auch auf einige Probleme in der aktuellen Debatte über die Flüchtlingspolitik. „Die Frage ist natürlich, ob wir überhaupt genügend Geld vom Landkreis zum Begleichen der Kosten bekommen?“ Die Politiker machten zwar vollmundige Versprechen, aber die Stadt gehe häufig in Vorleistung. Die Kommunen müssten finanziell stärker entlastet werden. Zumindest für den in der kommenden Woche beginnenden Deutschkurs ist die finanzielle Frage geklärt. Die Kosten übernimmt die Agentur für Arbeit. Für die neue Stelle über den Bundesfreiwilligendienst ist das dagegen noch nicht so eindeutig geklärt.

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09.12.2015 
Quelle: Nordkurier 

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