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21.01.2017

Entdeckt die Walhalla unseren Schliemann 2017 für sich?

Dem weltbekannten Archäologen aus Mecklenburg gebührt ein Platz in der bayerischen Ruhmeshalle. Darin sind sich die Mitglieder der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft einig. Schon vor zehn Jahren reichten sie ihren Antrag ein. Wird das Warten nun endlich belohnt? Die Konkurrenz jedenfalls ist groß – und ein Bayer könnte einen Bonus haben.

Bocksee. Das Jahr 2017 könnte für die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft in Ankershagen spannend werden. Schon seit 2007 hat sie offiziell beim bayerischen Kultusministerium beantragt, einer Büste von Heinrich Schliemann einen Platz in der Walhalla zu geben. Man beschäftige sich mit dem Aufstellungsverfahren, hieß es vor einem Jahr in einem Schreiben an Wilfried Bölke in Bocksee. Der ehemalige Leiter des Ankershagener Museums agiert in dieser Angelegenheit als Sonderbotschafter für die Gesellschaft und fragt regelmäßig in Bayern nach dem aktuellen Stand der Dinge.
Die Walhalla wurde von 1830 bis 1842 im Auftrag König Ludwigs I. vom Architekten Leo von Klenze als Gedenkstätte in Donaustauf bei Regensburg mit Blick auf die Donau errichtet. In Gestalt eines griechischen Tempels wird deutschen Geistes- und Geschichtsgrößen gedacht. Inzwischen wurden hier 150 Marmorbüsten und 65 Gedenktafeln aufgestellt. Vorschläge können dazu Einzelpersonen, Vereine und Institutionen beim Kultusministerium einreichen.
„Nach Satzung der Walhalla wird alle 5 bis 7 Jahre eine besondere Persönlichkeit mit so einer Büste geehrt. Aufgestellt wird diese erst 20 Jahre nach dem Tod so eines Kandidaten”, nennt Wilfried Bölke die strengen Vorgaben. Dazu gehört auch, dass die Vorschlagenden die Kosten übernehmen.
Den Entwurf einer Schliemann-Büste habe der Warener Künstler Walther Preik längst schon angefertigt. Wie Wilfried Bölke erzählt, wurde 2010 dem Dichter Heinrich Heine die Ehre zuteil, in diese besondere Ruhmeshalle einzuziehen. Darum hoffen die Schliemann-Anhänger, dass ihnen womöglich als nächste die Gunst der Stunde zuteil wird. Während die Akademie der Wissenschaften eine Vorauswahl unter den vorliegenden Bewerbungen trifft, entscheidet letztlich der Bayerische Ministerrat über die Vergabe.
„Schliemann befindet sich in einer starken Konkurrenz. Insgesamt liegen derzeit 105 Vorschläge vor. Darunter Namen wie Berthold Brecht, Lucas Cranach der Ältere, Johann Gottlieb Fichte, Alexander von Humboldt, Theodor Fontane oder Dietrich Bonhoeffer“, weiß Wilfried Bölke. Via Internet stieß er kürzlich auf eine Pressemitteilung, die bei den Ankershagenern für ein wenig Verunsicherung sorgte. So hat inzwischen die Bayerische Schlösserverwaltung unter Regie des Finanzministeriums die Verwaltung für die Walhalla übernommen. Um die Verfahren zum Aufstellen der Büste kümmert sich aber weiterhin das Kultusministerium.
„Es ist bekannt, dass Markus Söder als Finanz- und Heimatminister in Bayern Franz Josef Strauß als Idol verehrt und ihm große Verdienste für sein Land anrechnet. Dieser frühere Ministerpräsident findet sich ebenfalls auf der Vorschlagsliste für die Gedenkhalle”, sagt Wilfried Bölke und informierte darüber auch den Vorstand der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft.
Werde der Troja-Ausgräber beim nächsten Aufstellungsverfahren nicht bedacht, könnte man vielleicht auf das Jahr 2022 hoffen. Denn dann steht mit dem 200. Geburtstag des mecklenburgischen Archäologen erneut ein Jubiläum an. Wilfried Bölke zeigt sich optimistisch. Denn in der Walhalla wurden auch schon mehrere Büsten gleichzeitig aufgestellt. Sowohl in der Region als auch im Ausland werden die Daumen gedrückt.
So unterstützen der Schliemann-Klub in Neubukow sowie die Rotarier in Waren die Bewerbung aus Ankershagen. Mit im Boot ist auch der Schliemann-Forscher Georg Korrés aus Athen.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

21.01.2017 
Quelle: Nordkurier 

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