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23.02.2016

Er kam, sah und rettete: Penzliner bewahrt Verein vor dem Ruhestand

Mit 25 Vereinen allein im Stadtgebiet hat Penzlin eine Menge im Freizeitbereich zu bieten. Und das für Alt und Jung. Nun stand einer vor dem Aus, weil einfach niemand mehr Vorsitzender sein wollte. Dass es aber doch weiter gehen kann, ist dem schnellen Entschluss eines Penzliners zu verdanken.

Penzlin. Das angebotene „Du“ bereitete Hartmut Kindermann anfangs etwas Unbehagen. Schließlich kam es von Knut Paetow, der mal sein Biologielehrer in der Voß-Schule in Penzlin war. Doch im Bund der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen (BRH), Ortsverband Penzlin, setzt man nicht auf Autorität. Schließlich kennen sich alle und da ist die persönliche Anrede ganz normal.
Zum Vorsitz dieses Vereins kam Hartmut Kindermann fast überraschend. „Ich konnte vorher gar nichts mit dem BRH anfangen bis mich Bürgermeister Sven Flechner Anfang des Jahres zu einer Veranstaltung in die Neue Burg mitnahm. Und da erfuhr ich dann, dass die Gemeinschaft sich auflösen wollte“, blickt der 60-Jährige einige Wochen zurück. Die langjährige Vorsitzende, Renate Hontsch, war weggezogen und nun fand sich keiner, der den Hut aufsetzen wollte. „Dass der Verein deswegen den Bach runtergeht, das wollte ich verhindern“, entschloss sich der Penzliner kurzerhand.
Gegründet wurde der Ortsverband im Dezember 1994. Von den anfangs 16 Mitgliedern waren elf ehemalige Lehrer. Als Vereinsvorsitzender fungierte anfangs der inzwischen verstorbene Siegfried Heuer, der sich mit seinen Forschungen zum Heimatdichter Johann Heinrich Voß große Anerkennung erwarb. Von den 62 Mitgliedern wirken heute noch 46 mit. Hartmut Kindermann möchte den Verein erhalten und vor allem breiter aufstellen. „Schon jetzt sind bei uns Leute aus Mallin und Alt Rehse mit vertreten. Ich möchte für unsere Veranstaltungen auch Interessenten aus dem gesamten Amtsbereich Penzliner Land ansprechen wie in Möllenhagen“, kommt er auf erste Pläne zu sprechen.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Während der Wahlversammlung, die mit einer Besichtigung der neuen Grundschule verbunden wurde, einigte man sich auf weitere Vorhaben fürs Jahr. So soll es einen Vortrag zur Entwicklung Kubas geben, auch eine Dampferfahrt auf dem Tollensesee ist eingeplant. Und der neue Vorsitzende möchte mehr Struktur in den Seniorenclub bringen. „Es wird immer eine Tagesordnung bei den monatlichen Zusammenkünften geben. Danach kann dann der gemütliche Teil beginnen“, hat Hartmut Kindermann für sich entschieden. Hier knüpft er an seine ehrenamtlichen Tätigkeiten an. So saß er als Stadtvertreter im Penzliner Parlament, leitete es auch als Stadtvertretervorsteher. Von 1984 bis 1993 kümmerte sich Hartmut Kindermann als Bürgermeister um die kommunalen Belange in der Nachbargemeinde Mallin. Heute ist es vor allem der Kleingartenverein „Punschendörp e.V.“, in dem er neue Herausforderungen mit anpacken möchte.
Die lockere Atmosphäre in der Gemeinschaft der Ruhestandsbeamten tut Hartmut Kindermann gut, der im vergangenen Jahr seine Frau verloren hat. Und die Vereinsmitglieder schätzen sein organisatorisches Talent. Wenn wie angekündigt der frühere Musiklehrer und Chorleiter Kurt Köhn noch hinzu kommt, dann wird sicher noch mehr gesungen.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

23.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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