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13.11.2015

Er schwärmte für eine Penzlinerin: Die Liebesbeichte des Jost Reinhold

Der Unternehmer Jost Reinhold ist für seine Großzügigkeit bekannt. Was bislang aber kaum jemand wusste – die erste große Liebe des Mäzens wohnte in Punschendörp. Hat die Angebetete von der Schwärmerei etwas mitbekommen? Der Nordkurier hat bei ihr nachgefragt.

Penzlin. Das Geheimnis über seine erste große Schwärmerei hat der mehrfach ausgezeichnete Mäzen jahrzehntelang eisern gehütet – bis zu seinem Auftritt in Penzlin, wo ihm gerade die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde. Jost Reinhold (86) überraschte die Gäste mit einem sehr persönlichen Geständnis. Da war sogar Bürgermeister Sven Flechner platt, der den großzügigen Unternehmer seit über 20 Jahren kennt. „Das war auch für mich total neu. Davon hat er vorher nie etwas erzählt“, sagt Flechner.
Jost Reinhold hatte in seiner Dankesrede erstmals den Namen seiner ersten großen Liebe erwähnt. „In Absprache mit meiner Frau. Sie hat es erlaubt“, leitete er die Enthüllung ein. Der in Groß Flotow geborene Reinhold war als Jugendlicher in eine Penzlinerin verliebt. Es war die Tochter des Zahnarztes. „Sie hieß Gisela Hellwig“, gab Reinhold nach all den Jahren preis. Allerdings habe er sich nie getraut, das Mädchen anzusprechen. Viel zu schüchtern sei er gewesen.
Und was sagt Gisela Hellwig heute dazu? Der Nordkurier hat einfach mal nachgefragt. „Ich habe nix von meinem Glück gewusst“, erzählt die einstige Angebetete und lacht. Die Geschichte hat in Punschendörp natürlich längst die Runde gemacht, wo die einstige Jugendliebe des Mäzen immer noch lebt. Aber nicht mehr unter ihrem Mädchennamen. Sie heißt Budzier und ist seit 62 Jahren glücklich verheiratet.
In ihrer Jugendzeit war Gisela Hellwig mit der Schwester von Jost Reinhold befreundet und deshalb natürlich auch öfter in Groß Flotow zu Gast. Gisela und Jost fuhren auch gemeinsam mit der Eisenbahn zur Schule nach Neubrandenburg. „Er war ein sehr ruhiger Junge“, erinnert sie sich. Aber ein Funken sprang nicht über. Für jüngere Burschen habe sie damals eben keine Augen gehabt, erzählt die Seniorin weiter.
Der Unternehmer Jost Reinhold lebt in der Schweiz und gehört zu den größten Mäzenen in der Region. Reinhold war 1949 ausgewandert, hatte in Italien eine größere Autozuliefererkette aufgebaut, diese nach 1990 verkauft und eine Stiftung gegründet über die zahlreiche soziale und kulturelle Projekte gefördert werden. „Jost Reinhold drückt seine Heimatliebe in großzügigen und stillen Gesten aus. Getreu dem Motto: Tue Gutes und schweige darüber. Dies zeichnet ihn in besonderer Weise aus“, würdigte Penzlins Bürgermeister das Engagement des 86-Jährigen.
In den vergangenen zehn Jahren seien rund 500 Schul- Museums- und Sportprojekte mit einem Gesamtbetrag von rund 350 000 Euro unterstützt worden. „Ohne diese Form der Unterstützung wäre gerade das kulturelle Leben in unseren Orten aufgrund der chronischen Unterfinanzierung der öffentlichen Haushalte kaum noch aufrechtzuerhalten“, betonte Flechner.
Für die Auszeichnung in Penzlin war Reinhold aus seinem 1100 Kilometer entfernten Schweizer Domizil angereist. Und fast hätte es sogar ein Wiedersehen mit seiner einstigen Jugendliebe Gisela gegeben. Die Penzlinerin hatte nämlich eine Einladung. „Aber es ist etwas dazwischen gekommen. Das hat mir sehr leid getan.“

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13.11.2015 
Quelle: Nordkurier 

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