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24.11.2016

Ermittler bei Sarah H. kurz vorm Durchbruch?

Hat er Sarah H. auf dem Gewissen? Hat ihr eigener Lebensgefährte der jungen Frau im Haus Rethra in Alt Rehse etwas angetan? Die Staatsanwaltschaft steht vor neuen Ermittlungsergebnissen.

Alt Rehse/Neubrandenburg. Noch in dieser Woche soll es im Fall Sarah H. aus Alt Rehse Neuigkeiten geben. Wie Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler auf Nordkurier-Nachfrage sagte, könnte man zwar noch immer nicht mit Gewissheit sagen, wie die 32-Jährige ums Leben kam. Aber Ende dieser Woche rechne er damit, dass man einen großer Schritt vorankommen werde.
Nach Nordkurier-Recherchen soll nun Anklage gegen den in Haft sitzenden Lebensgefährten erhoben werden. Der 51-Jährige hatte für die Ermittler von Anfang unter dringendem Tatverdacht gestanden. Laut Staatsanwalt wird der Ex-Rethra-Wirt im Dorf dringend der Körperverletzung mit Todesfolge verdächtigt.
In der kleinen Gemeinde hatte man sich Sorgen um die Frau gemacht, die bei dem Tatverdächtigen lebte und seit Wochen nicht mehr gesehen wurde. Es habe zuvor immer wieder lautstarke Auseinandersetzungen in dem Haus gegeben. Ohnehin galt der Hausherr im Dorf als „schwierig“, hatte auch wegen seiner gellenden Musik wiederholt Polizei und Ordnungsamt auf den Plan gerufen.
So wie auch an jenem Tag Anfang August, als die Polizei mal wieder ins Dorf rollte, weil ein Mann wegen Ruhestörung um amtliche Hilfe gebeten hatte. Was die Beamten dann in dem Haus fanden, das wühlte nicht nur das Dorf, sondern rasch auch die Republik auf.
Denn die junge Frau, die unter gesetzlicher Betreuung stand und erst wenige Monate vor ihrem mysteriösen Tod nach Alt Rehse gezogen war, hatte schon im Fernsehen ein Millionenpublikum zumindest zum Lächeln über sie gebracht. Sie war 2011 durch die Sat1-Kuppelschow „Schwer verliebt“ bekannt geworden. Später erklärte sie im Internet, dass sie gar nicht gewusst habe, was für eine Show das sei, in der sie naiv über ihren Traumprinzen geplaudert hatte. Ihre Emotionen und ihr Leben hatte sie offenbar schon vor der Bekanntschaft mit dem Ex-Wirt nicht unbedingt allein steuern können.
Der stammt aus dem Raum Stuttgart (Baden-Württemberg) und war 2007 nach Alt Rehse gekommen. Er habe sich bei dem alternativen Wohnprojekt Tollense-Lebenspark niederlassen wollen, sei aber von den aus Bayern stammenden Betreibern abgelehnt worden, berichten Anwohner. Daraufhin hatte der Computerfachmann den Gasthof „Rethra“ von der Gemeinde gekauft. Doch der ging nach drei Jahren pleite, ist nun seit sechs Jahren geschlossen.
In der Zwischenzeit war auch das Wohnprojekt gescheitert. Und ebenso die Pläne des als Sonderling, als „Reichsbürger, der den deutschen Staat nicht anerkennt, und als „verwirrt“ geltenden Zugezogenen. Auf Facebook schrieb er immer wieder von Dämonen und Mystischem, aber auch über sein Auf und Ab in der „Liebe zu Sarah“, das vielleicht auch der Schlüssel zu ihrem Tod ist.
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c.goels@nordkurier.de

24.11.2016 
Quelle: Nordkurier 

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