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03.12.2016

Erst die Tiere und dann die eigenen Wünsche

Im Wein liegt Wahrheit, heißt es. Und im Glühwein wohl Vorfreude – auf Winter, Weihnachten und eine wundervolle Zeit. An jedem Adventswochenende kommt der Nordkurier bei einem Glühwein mit Menschen aus der Region zu sprechen. Zum zweiten Advent haben wir bei einem Züchter im Stall eine tierische Überraschung erlebt.

Marihn. Glühwein? Ja, den trinkt Hartmut Glamann auch manchmal, fragt aber nicht groß danach. Schließlich muss der Schafzüchter immer in Bereitschaft sein für seine Tiere. Und das heißt, schnell das Auto zu starten, um auf eine der Weiden zu kommen. Momentan futtern die Wollträger in Wrodow und in der Nähe von Marihn. Lässt das Wetter es zu, dann bleiben die Tiere bis nach Weihnachten draußen. Das bedeutet für den Warener, ständig neue Zäune zu setzen und die Schafe regelmäßig draußen zu kontrollieren.
Wie er sich bei Wind und Wetter warm halte? „Mit gut isolierten Stiefeln und einer Jacke mehr. Dazu hilft Bewegung gegen die Kälte”, sagt der 52-Jährige, der ziemlich stolz auf seine Herdbuchherde ist. 700 Muttertiere gehören dazu und in diesem Jahr kamen an die 1000 Lämmer auf die Welt. Der Züchter setzt auf das Rauhwollige Pommersche Landschaft, hat aber auch die Rasse Chevrolet auf der Weide stehen. Ein Mix dieser Tiere bescherte ihm bereits die ersten drei Lämmer, die im Stall von Marihn geschützt untergebracht sind.
„Sie waren noch gar nicht eingeplant. Hab die Böcke da wohl unterschätzt. Denn die Ablammzeit beginnt in der Herde erst um den 10. Januar herum”, sagt Hartmut Glamann. So komme zu den täglichen Aufgaben jetzt auch schon das Befüllen der Raufen mit Hafer und Pellets für die Muttertiere und Lämmer hinzu. Daran werde sich auch Weihnachten nichts ändern. „Den Tannenbaum setze ich noch auf den Ständer, um das Schmücken müssen sich meine Frau Gudrun und Tochter Anne dann kümmern”, so der Schäfer, der in seiner Arbeit immer viel Unterstützung von seiner Familie erhalte.
Was ihm das Fest so bringen werde, sei noch nicht abzusehen. Damit sind aber nicht die Geschenke gemeint. „Vor Jahren mussten wir am Weihnachtstag Hals über Kopf die Schafe von der Weide in die Ställe holen, da Eisregen und Schnee für die Gesundheit der Tiere nicht gut gewesen wären”, erinnert sich der Tierzüchter. Und was wird im Hause Glamann zu Weihnachten aufgetischt? „Lamm und Gans mit Kartoffelklößen”, weiß der Hausherr schon jetzt. Und werden die Tiere auch beschenkt? Der Züchter lacht: „Nein, nur unsere Herdenschutzhündin Una bekommt wohl eine Extraportion Futter”.
Blickt er auf die Wochen nach dem Jahreswechsel, steht ihm mit dem Ablammen der Muttertiere wieder eine stressige Zeit ins Haus. Hartmut Glamann übernachtet dann außer Haus. Das heißt im Wohnwagen, im Stall von Marihn. Ob ihm dann zu später Stunde nach Glühwein ist? Wohl kaum.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

03.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

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