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25.02.2016

Es muss nicht immer Schliemann sein

Im Rampenlicht stehen im Heinrich-Schliemann-Museum nun auch mal andere Archäologen. Sozusagen die „Kollegen“ des Troja-Ausgräbers, die mit ihren Forschungen zur Altertumskunde beitrugen. Schliemann selbst durfte nur unterschreiben.

Ankershagen. Ob Reste eines Grabgefäßes, Chroniken zu Ausgrabungen oder das letzte Schreibzeug eines Forschers – die neue Ausstellung im Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen birgt einige Schätze. Dazu gehört beispielsweise ein Gästebuch aus dem Regionalmuseum Neubrandenburg, in das sich Heinrich und Sophie Schliemann am 15. August 1879 als Besucher aus Athen eingetragen hatten. Thematisch geht es in der neuen Sonderschau um „Archäologie und Archäologen im 19. Jahrhundert“. Eröffnet wird sie morgen um 15 Uhr in Ankershagen und ist bis zum 4. September zu sehen.
„Dem Leben und Wirken von Heinrich Schliemann widmet sich schon die Dauerausstellung. Darum findet er keinen Platz in der Sonderschau. 18 Banner informieren über weitere Archäologen und Ausgrabungsstätten zu Schliemanns Zeiten“, umreißt Museumsleiter Reinhard Witte das Anliegen der Schau. Dabei gehe es auch darum, den Troja-Ausgräber in Bezug zu anderen Forschern zu setzen. Denn nur im Vergleich lasse sich das Werk des Mecklenburgers gerecht beurteilen.
„Abgesehen von Grabräuberei im Altertum, zufälligen Funden von Zeugnissen aus der Vergangenheit und der aufkommenden Sammelleidenschaft antiker römischer Skulpturen seit der Renaissance lässt sich erst ab dem 18. Jahrhundert von einer tatsächlich archäologischen Forschung sprechen“, sagt Witte. Die klassische Archäologie entwickelte sich innerhalb der Altertumskunde zu einem bedeutenden Fach.
„Mit Zunahme von Funden und Grabungserfahrungen wuchsen die Kenntnisse über Kunststile und sogar über die antiken Künstler selbst. Einzelfunde wurden in den Gesamtkontext gestellt, Grabungstechniken und Dokumentation verfeinert sowie Spezialisten einbezogen“, fügt er hinzu und kommt auf die herausragende Flächenausgrabung in Olympia von 1875 bis 1881 zu sprechen. Dort forschten Ernst Curtius, Friedrich Adler und Wilhelm Dörpfeld.
In der Ausstellung finden sich weitere Namen wie Alexander Conze oder Carl Humann. Adolf Michaelis hielt als Chroniker 1906 die „Archäologischen Entdeckungen des 19. Jahrhunderts“ in zwei Büchern fest und gilt damit als „Garbenbinder hinter den Schnittern“.
Die Ausstellung nach und nach thematisch zu erweitern, ist eine Idee des Museumsteams. Dabei könnte auch die Frage nach der Rolle der Frau in der Archäologie eine Rolle spielen. Leihgaben aus dem Archäologischen Museum der Uni Halle, des Winckelmann-Institutes der Humboldt-Uni Berlin und des Regionalmuseums der Viertorestadt ermöglichten die Gestaltung der Schau. Als Katalog wird das Heft „Mitteilungen aus dem Heinrich-Schliemann-Museum“ dienen, das druckfrisch die 27 Vorträge eines internationalen Kolloquiums vom September 2015 veröffentlicht. Denn schon in diesem Kreise wurde das Thema der Ausstellung ausführlich erörtert. Anlass war der 125. Todestag von Heinrich Schliemann.
Übrigens wurde am Museumsgebäude in Ankershagen die Plakette der kulturellen Gedächtnisorte angebracht. Sie kennzeichnet Einrichtungen von nationaler Bedeutung.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

25.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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