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07.11.2017

Für Barock-Altar brechen schöne Zeiten an

Zehn Jahre lang lehnte die Rückwand des historischen Holzaltars nur provisorisch an der Wand in der Mollenstorfer Kirche. Das soll sich ändern. Doch dafür musste das große Teil zunächst zerkleinert werden.

Mollenstorf. Eine erste und auch eine zweite Etappe sind geschafft. Die Rückwand des barocken Holzaltars in der Kirche von Mollenstorf wurde in Einzelteile zerlegt und von Fachleuten begutachtet. Restaurator Dietmar Gallinat aus Neu Rhäse reinigte die Malereien und festigte die vorhandenen Farben, damit sie nicht abblättern. Den nächsten Part hat inzwischen Thomas Bünger aus Puchow übernommen, der gelernter Tischler ist und sich mit dem Aufarbeiten von historischem Mobiliar auskennt.
Ziel der Propstei Neustrelitz ist es, den aus dem Jahre 1750 stammenden Altar wieder in der Kirche Mollenstorf aufzustellen. Er wurde 1961 auf den Boden des Gotteshauses verfrachtet, weil mit dem Einziehen einer Mauer der Raum für die Winterkirche geschaffen werden sollte. Da war das mächtige historische Teil ganz einfach im Wege. 2008 holten Mitglieder der Kirchengemeinde das einstige Prunkstück zurück in den Kircheninnenraum und stellten es provisorisch wieder auf. Nun soll der Altar wieder festen Halt bekommen.
„Die Grundsubstanz ist gut erhalten. Wurde der Altar doch aus Eiche gefertigt, für die Schnitzereien kamen Linden- und Birkenholz zum Einsatz”, sagt Thomas Bünger. Dennoch sei die Auslagerung dem historischen Stück nicht so gut bekommen. „Auch nach Jahren arbeitet das Holz noch. Durch Feuchtigkeit haben sich einzelne Teile verzogen. Hitze führte wiederum zu Rissen in den Schnitzarbeiten”, hat der Puchower festgestellt.
Er will sich jetzt Stück für Stück des auseinander genommenen Altars in die Werkstatt nach Puchow holen. Gilt es doch, lockere Holzteile zu befestigen und fehlende Stücke nachzuarbeiten und so zu ersetzen. So fehlt im geschnitzten Rankwerk auf einer der prunkvollen Seitenteile eine Ecke, die in Blattform wieder entstehen soll. Mit Knochenleim, Bohrer und selbst gefertigten Holzdübeln will er sich dabei ans Werk machen.
„Ich habe schon am Gestühl und an der Empore der Kirche Lübkow gearbeitet. Die Restaurierungen am Altar sind für mich eine Premiere und damit eine reizvolle Aufgabe”, freut sich Thomas Bünger auf die Herausforderung. Noch vor einigen Wochen brachte er einen Schreibtischstuhl und ein Wohnzimmerbuffet aus dem 19. Jahrhundert wieder auf Vordermann. Jetzt sei Zeit für den Altar aus Mollenstorf, der viele besondere Details zu bieten hat. So findet sich noch die Schrift von Maler Kurzwig, der dem historischen Kircheninventar 1750 Motive und Farbe gab.
„Ich würde den Altar während der Aufarbeitungsphase schon immer mal etappenweise in der Kirche aufstellen. Dann könnten die Besucher des Gottesdienstes die Restauration mitverfolgen”, hält der Tischler einen Vorschlag parat. Muss diesen aber selbst verwerfen. Denn kommt das notwendige Geld für die umfangreiche Restaurierung zusammen, könnte diese Aufgabe gleich im Anschluss angepackt werden. So müsste der Altar nicht noch einmal auseinandergebaut werden. Laut Pastor Hartmuth Reincke von der Kirchengemeinde Penzlin-Groß Lukow, standen für die ersten Sanierungsarbeiten nur 15 000 Euro zur Verfügung. Gut 50 000 Euro wären aber notwendig, um den Altar von Mollenstorf in neuem alten Glanz zu zeigen. Ihn an seinem ursprünglichen Ort wieder aufzustellen, auch dieser Wunsch wird sich für Thomas Bünger, der Mitglied im Kirchengemeinderat ist, wohl nicht erfüllen. Denn das hieße, die eingezogene Mauer für die Winterkirche wieder aus dem Gebäude zu entfernen. „Auf jeden Fall ist der Barockaltar restaurierungswürdig und sollte unbedingt der Nachwelt erhalten bleiben”, so der Puchower.
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m.jacobs@nordkurier.de

07.11.2017 
Quelle: Nordkurier 

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