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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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17.07.2017

Fürstendenkmal: Hier scheiden sich die Geister

In den 20er Jahren lockte Penzlin als Luftkurort, hatte Hotels und gastliche Stätten zu bieten. Auch auf die Pflege der Denkmäler wurde großen Wert gelegt. Eines dieser historischen Bauten ist heute mehr als sanierungsbedürftig, sorgt aber auch für Diskussionen in der Stadt.

Penzlin. Nicht nur die Witterung hat über Jahrzehnte dem Fürstendenkmal auf dem Beyerplatz in Penzlin mächtig zugesetzt. Es ist auch nicht mehr vollständig. Und das schon seit Kriegsende, wie in der Chronik von Siegfried Heuer nachzulesen ist. Für das als Obelisk erbaute Monument wurde im Juni 1890 der Grundstein auf dem damaligen Fürstenplatz gelegt. Die Initiative ging vom Kriegerverein aus. Zu seinen Mitgliedern zählten Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 sowie Gutsbesitzer aus der Umgebung der Stadt. Da kein Penzliner in diesem Krieg sein Leben lassen musste, sollte das Denkmal ein Zeichen des Dankes setzen. Gleichzeitig wurden mit Bronzereliefs Regenten der damaligen Zeit gehuldigt. Dazu gehörten die Großherzöge Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin, Friedrich III. von Mecklenburg-Strelitz sowie Kaiser Wilhelm I. Diese Tafeln sind heute nicht mehr zu finden.
„Ich bin davon überzeugt, dass das Denkmal zu DDR-Zeiten aus politischen Gründen bewusst geschliffen wurde”, sagt Bürgermeister Sven Flechner, schließt aber auch Diebstähle nicht aus. Da die Grünanlage am heutigen Beyerplatz — nach Bürgermeister Rudolf Beyer (1852-1926) umbenannt — alsbald neu gestaltet werden soll, rücken auch Fragen zur Sanierung des Fürstendenkmals in den Fokus. Schließlich sei es ein Stück Zeitgeschichte von Penzlin und sollte darum in seinen Ursprungszustand versetzt werden. „Vielleicht liegen die Bronzereliefs noch irgendwo herum. Anfragen beim Landesarchiv in Schwerin, das Unterlagen des ehemaligen Bezirkes Neubrandenburg aufbewahrt, brachten keine positive Antwort”, so Sven Flechner. Darum regte er im Kulturverein der Stadt an, Spenden für die Sanierung des Obelisk am Beyerplatz zu sammeln. Mit seinen Plänen stößt er aber nicht bei allen Penzlinern auf Gegenliebe. Das zeigte auch eine Diskussion im Kulturausschuss. So hält Stadtvertreterin Elke Haker nichts davon, mit dem Nachbau der Porträtbüsten die Feudalherrschaft zu verherrlichen. Pastor Hartmuth Reincke sprach sich für das Herstellen des Originalzustandes aus. Geschichte lasse sich nunmal nicht im Nachhinein fälschen. Vom Ausschuss ging die Empfehlung aus, dass sich die Fraktionen der Stadtvertretung mit diesem Thema intensiv beschäftigen sollten.
Übrigens gibt es auch in anderen Städten der Region solche Denkmäler. Nach Recherche von Stadtarchivarin Susan Lambrecht erinnert seit 1874 das Viktoria-Denkmal auf dem Mühlenberg in Waren an Gefallene aus dem Deutsch-Französischen Krieg. Dieses Monument wurde aufwendig saniert. Das 1874 bis 1876 gebaute Ehrenmal für die Kriegsopfer in Malchow befinde sich am Originalstandort neben der Stadtkirche, wurde bisher nicht restauriert.
Im Rahmen der mittelfristigen Planung steht die Umgestaltung des Beyerplatzes in Penzlin momentan für 2019/20 auf dem Plan. Wie vom Bürgermeister zu erfahren war, gab es bereits im Jahre 2000 erste Überlegungen dazu. Ist die Grünanlage mit Denkmal doch ein wichtiges Bindeglied zwischen Badeanstalt und Innenstadt. „Damals wurden für diese Maßnahmen rund 40 000 DM veranschlagt. Die gleiche Summe wäre heute auf jeden Fall in Euro notwendig“, ist sich der Verwaltungschef ganz sicher. Eventuell könnte dabei auch der Brunnen wieder zum Leben erweckt werden, der zum Blumenrondell umfunktioniert wurde und von den Mitgliedern des Arbeitslosenverbandes gepflegt wird.
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m.jacobs@nordkurier.de

17.07.2017 
Quelle: Nordkurier 

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