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02.08.2017

Ferien vom Futtern? Nicht diese Wilden

Wer in den Ferien verreist, sucht sich eine Pension für Hund & Co. Die Haustiere der Penzliner Voß-Schule lassen sich aber nicht so ohne weiteres anderswo unterbringen. Handelt es sich doch um Exoten, die den Biologieunterricht lebendig machen. Darum kommen Schüler auch jetzt jeden Tag in die Schule.

Penzlin. „Mund auf”, fordert Tessa. Doch diesen Gefallen tut das Chamäleon ihr nicht. Mit den Greifpfoten versucht das Tier lieber die Pinzette zu fassen und schafft es schließlich, auf diese zu klettern. Insofern braucht die Schülerin schon Geduld, um das grüne Wesen mit dem lebenden Heimchen zu füttern. Die 14-Jährige gehört zu der Truppe, die auch während der Ferien die Exoten im Wilden Klassenzimmer der Regionalen Schule mit Grundschule „Johann Heinrich Voß” füttert.
„Das ist wie Zuhause. Wenn man sich ein Tier angeschafft hat, muss man dafür auch die volle Verantwortung übernehmen”, sagt Tessa Haase, die im September in die 9. Klasse kommt. Sowohl für das Chamäleon als auch für den afrikanischen Riesentausendfüßler hat sie die Patenschaft übernommen. Das heißt für sie, dass während der Unterrichtszeit die erste große Pause den Tieren gehört.
Josephine Maaß weiß dagegen alles über die Bartagame, die zu den Schuppenkriechtieren gehört. „Sie heißt bei uns Sammy und ist ungefähr 10 Jahre alt. Auf 30 Lenze könnte sie es bringen”, erzählt die Achtklässlerin. Einmal die Woche gibt es eine Heuschrecke, die Josephine ihr mit der Pinzette reicht. Aber auch Obst und Gemüse werden in Näpfen hingestellt und das Wasser muss regelmäßig gewechselt werden. Sammy lässt sich sogar auf den Arm nehmen. Keine Angst vor dem inzwischen über einen Meter großen grünen Baumpython hat Emma Josephine Melz. Die Schlange bekommt einmal die Woche eine lebendige Maus zu speisen.
Neben der Fütterung geht es insgesamt um die artgerechte Haltung. So müssen auch während der Sommerferien Raumtemperatur und Feuchte in den Terrarien überprüft werden. Doch die Schüler sind da schon Profi, haben sich freiwillig für die Fütterung in einer Liste eingetragen. „Das klappt wirklich gut und wir können dabei auf das Fachwissen der Schüler setzen”, sagt Grundschullehrerin Annemarie Brüsewitz, die mit ihrer Kollegin Indra Frenz am Dienstag die Schüler im Wilden Klassenzimmer betreute. Dort krabbeln übrigens auch Totenkopfschaben, Riesenstabschrecken und Maskenleguane. Fische und Wasserschildkröten sind in den Aquarien zu finden. Aber auch Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse gehören zu den Haustieren der Schule. Eingerichtet im Bio-Kabinett hat das Wilde Klassenzimmer Fachlehrerin Petra Arent. Seit 2014 wuchs der Bestand an Insekten und Reptilien, die den Schülern nicht nur zur Anschauung dienen sollen. Die Exoten tragen dazu bei, dass sie Verantwortung für ein Tier übernehmen und sich dabei viel Wissen über dessen Lebewesen aneignen. Während der Ferien hat auch Sabine Remus immer einen Blick auf die Tiere. Die Penzlinerin bringt sich da gern ehrenamtlich mit ein, freut sich Schulleiter Bernd Neuendorf.

02.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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