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27.07.2015

Flagge zeigen für ein anderes Griechenland

Im Heinrich-Schliemann-Museum wurde gefeiert. Aber nicht das langjährige Bestehen der Einrichtung, sondern das erste Griechische Fest.

Ankershagen. Wenn Reinhard Witte derzeit die Situation Griechenlands betrachtet, sieht er in erster Linie das Positive. „Man kann bei ihnen gut essen sowie gut feiern und sie haben stimmungsvolle Musik“, sagt der Leiter des Heinrich-Schliemann-Museums in Ankershagen. Grund genug, in der Einrichtung das erste Griechische Fest zu veranstalten. „Wir wollten auch ein Zeichen gegen die negativen Äußerungen über Griechenland setzen“, ergänzt Witte, der Althistoriker ist und dessen Forschungsschwerpunkt die minoische Kultur Kretas sowie die mykenische Kultur Griechenlands ist. Den Experten, der schon mehr als zehn Mal in dem Mittelmeer-Staat war, macht es traurig, dass Leute in TV-Sendungen über Dinge reden, von denen sie nichts genaues wissen, bemängelt er. Er lasse sich auf eine negative Diskussionen über Griechenland nicht ein, er könne nur über das sprechen, worüber er auch Wissen besitze, so Witte.
„Die griechischen Politiker hatten Fehler gemacht, ganz klar, aber man muss das sehen, was uns Griechenland über 5000 Jahre geboten hat“, stellt Reinhard Witte klar. Und das ist für den Altertumswissenschaftler ziemlich viel. So habe es auf griechischem Boden die ersten beiden europäischen Staatswesen gegeben, die ersten europäischen Dichter und Autoren wie Homer, Hesiod oder Aischylos und Sophokles stammen aus Griechenland und in Athen habe sich die Demokratie entwickelt, zählt Witte einige Argumente auf. Wenn ein Land zu Europa gehört, dann Griechenland. Außerdem stammen auch bedeutende architektonische Werke wie der Parthenon und die Akropolis aus Griechenland. „Auch in Mykene, wie in jeder anderen größeren Stadt, gab es eine Akropolis“, sagt der Kenner über den Partnerort von Ankershagen.
Allerdings seien die Beziehungen zu Mykene etwas eingeschlafen, aber eventuell könne man sie mit dem neuen Bürgermeister wieder ein wenig aufwecken, bemerkt Reinhard Witte. Er selbst sei schon um die fünf Mal in Mykene gewesen – als Speziallist für mykenische Kultur nicht verwunderlich.
Witte, der jahrelang in Berlin gelebt und an der Humboldt-Universität sowohl promoviert als auch doziert hatte, brennt für die griechische Historie und Sagengeschichte. Dass er ein Fan von Schliemann und der griechischen Frühgeschichte ist, merkte sicherlich auch so manch einer der zahlreichen Gäste bei seinem Vortrag oder seinem rappelvollen Rundgang durchs Museum. Kein Wunder, denn in der Einrichtung wird die Nachbildung des großen Diadems sowie der Ohrgehänge aus dem „Schatz des Priamos“ sowie weitere Nachbildungen von Funden aus diesem Schatz aufbewahrt.
„Beim Vortrag waren 90 Zuhörer da, die letzten mussten sogar stehen“, sagt der Museumschef erstaunt. Aber auch die anderen Angebote wie Bastelstrecke, sportliche Spiele, die griechische Musik oder auch die Waren der Schausteller standen bei den Besuchern hoch im Kurs. „Wir hatten insgesamt 600 Besucher, das ist ein absolutes Novum für das Museum“, sagt Reinhard Witte begeistert. Unter den zahlreichen Gästen war auch Bente von Loh. Die Elfjährige war der – sage und schreibe – 350 000 Besucher, der sich die Einrichtung seit seiner Eröffnung im Dezember 1980 anschauen wollte. „In der Schule hatten wir gerade das Thema Griechenland und hatten uns dabei auch mit Alexander dem Großen beschäftigt“, erzählt Bente, die sich im Museum alles ganz genau anschaute.
Für Reinhard Witte ist das Griechische Fest aber heute schon wieder Vergangenheit. Der Griechenland-Kenner hat derzeit alle Hände voll zu tun, um dass 11. Internationale Kolloquium – anlässlich des 125. Todestages von Heinrich Schliemann - vom 3. und 6. September zu organisieren.

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n.schuldt@nordkurier.de

27.07.2015 
Quelle: Nordkurier 

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