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19.10.2017

Flickschusterei soll ein Ende haben – das kostet

Während einige der älteren Straßen auf dem Döring in Penzlin wenigstens Betonpisten zu bieten haben, ist der Lindenweg völlig unbefestigt. Darum plant die Stadt den Ausbau. Doch die Anwohner fürchten die Kosten und wünschen mehr Informationen.

Penzlin. Genau vor einem Jahr regten einige Anwohner des Lindenweges in der Penzliner Stadtverwaltung an, endlich die unbefestigte Anliegerstraße vor ihrer Tür in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Das wollten aber nicht alle und so kam es zu vielen Diskussionen.
Nach der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstagabend gibt es nun wieder Unruhe in diesem Stadtteil im Wohngebiet Döring. Wurde hier doch die Ausbauplanung für den Lindenweg vorgestellt, die 2018 realisiert werden könnte.
Für den an diesem Abend einstimmig neu gewählten Ausschussvorsitzenden Uwe Goldenbaum war das wie ein Sprung ins kalte Wasser. Hatte er doch zuvor erklärt, dass er bisher wenig mit der Kommunalpolitik zu tun gehabt hätte. Während der Sitzung musste er die anwesenden Einwohner vom Lindenweg mehrmals darauf verweisen, dass sie aufgrund der Kommunalverfassung kein Rederecht hätten. Dabei waren sie gekommen, um ihre Fragen loszuwerden.
Thomas Pätzold von einem Neubrandenburger Büro für Bau- und Verkehrswesen erläuterte die vorliegenden Entwürfe und die Notwendigkeit des Straßenausbaus. Weist der Lindenweg doch eine ungebundene Wegedecke auf, die den Bewohnern bei Regen jede Menge Pfützen und bei Hitze ordentlich Staub beschert. Das Wohngebiet wurde zu DDR-Zeiten gebaut. Defekte Gehwege, die mit unterschiedlichen Materialien angelegt wurden, bilden Unfallgefahren. Auch die von den Anwohnern nur zum Teil initiierte Beleuchtung reiche nicht aus.
„Die Anliegerstraße hat einen hohen Unterhaltungsaufwand. Aufgrund der angespannten Haushaltslage sind die erforderlichen Instandhaltungen kaum durchführbar”, kam der Fachmann auf den Ist-Zustand zu sprechen. Geplant sei der Ausbau auf einer Länge vom 125 Metern mit Betonsteinpflaster auf einer Schottertragschicht. Sechs neue LED-Lampen seien zu installieren. Auch das Pflanzen von fünf langsam wachsenden Winterlinden sei vorgesehen. Neu zu bauen sind Abwasserkanäle. Nach Einschätzung von Thomas Pätzold könnte der reine Straßenausbau in sechs Wochen gemeistert sein.
Laut Beschlussvorlage sieht die Stadt 135 000 Euro als Gesamtkosten vor. 45 000 Euro sind Eigenmittel der Kommune, doch mit 90 000 Euro sollen die Anlieger zur Finanzierung dieser Maßnahme beitragen. Noch nicht enthalten in der Auflistung sind die Gelder, die der Abwasserzweckverband für neue Leitungen in Rechnung stellen wird.
„Das leichte Raunen in den Besucherreihen ist nicht zu überhören und ich habe da auch so meine Bedenken hinsichtlich der Kosten”, sagte Andre Schardetzki als sachkundiger Bürger im Ausschuss. Er regte an, den Anwohnern für den Ausbau der Straße kostengünstigere Varianten vorzustellen. Horst Böttcher, stellvertretender Ausschussvorsitzender, schlug zum Beispiel die Asphaltbauweise vor. Bauamtsleiterin Jacqueline Tillack sicherte zu, dass es auf jeden Fall noch eine Einwohnerversammlung geben werde. Dort könnten die Bürger dann auch ihre Fragen und Einwände zum Projekt vorbringen. „Die Stadt geht von gestalterischen und städtebaulichen Ansprüchen aus und möchte gemeinsam mit den Bürgern die Straßenverhältnisse verbessern”, so die Amtsleiterin.
Mit der Maßgabe die angesetzten Kosten für den Ausbau des Lindenweges nicht als Dogma zu sehen, sprachen sich die Ausschussmitglieder schließlich einstimmig für die Entwurfsplanung aus.
„Das ist doch klar, dass bei uns jetzt die Diskussion in der Straße losgeht”, war tags darauf von Manfred Othmer aus dem Lindenweg zu hören. „Hier wohnen auch Rentner und Arbeitslose. Wie sollen sie die Anliegerbeiträge von ungefähr 7000 Euro aufbringen? Und wie zu hören war, könnten die Kosten noch steigen”, merkte er im Gespräch mit den Nordkurier kritisch an.
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m.jacobs@nordkurier.de

19.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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