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21.04.2014

Ganz viel Geschichte zum Anfassen

Einige Jahren war das Slawendorf in der Ortsmitte von Passentin in einen tiefen Dornröschenschlaf versunken. Gesichts- und Natur- Enthusiasten aus Berlin und Neubrandenburger haben am Ostermontag damit begonnen, dem Ort neues Leben einzuhauchen.

Am Wehrzaun, der historischen Vorbildern aus der Slawen-Zeit nachempfunden wurde, hat der Zahn der Neuzeit am meisten genagt. Also soll es Palisaden-Paten geben. Menschen, die die neuen Betreiber mit Arbeitskraft und Geld unterstützen. „Der Zaun und die Dächer einiger Häuser sind die großen Dinge, die wir zuerst angehen müssen“, gibt sich Daniel Görtz entschlossen. Der IT-Unternehmer aus Berlin gehört zur einen Gruppe der künftigen Nutzer des Areals. Die hauptstädtische Initiative „Geschichte leben“ hatte vor der Schließung bereits Gelegenheit, den Ort zwischen Neubrandenburg und Penzlin für mittelalterliche Liverollenspiele genutzt. „Uns hat das Herz geblutet, als wir sahen, wie der Platz verfällt“, erinnert sich Daniel Görtz. Die Mitglieder tauchen in ihrer Freizeit in einer Art spontanem Stegreiftheater in vergangene Zeiten und fantasievolle Welten ein. So wollen sie Geschichte erfahren, erfühlen, ausprobieren. Dazu ist das Slawendorf aus ihrer Sicht ein nahezu perfekter Ort.

Mit dem Verein „wild wurzeln“ aus Neubrandenburg fand sich vor fast genau einem Jahr auch der perfekte Partner aus der Region, um das Passentiner Slawendorf mit neuem Leben zu erfüllen. Die Neubrandenburger Pädagogen und Handwerker bringen ihr Konzept einer naturnahen Erziehung ein. Woher die Menschen kommen und wie sie in der Natur leben, sind die beiden großen Themen der Zukunft des Slawendorfes.

Große Freude bei der "Mutter vom Ganzen"

Mit am meisten freut sich die Passentiner Künstlerin Dorothee Rätsch, dass wieder Leben in die reetgedeckten Holzhäuser eingezogen ist. Von 1994 bis 1999 hat sie intensiv an der Idee und am Aufbau des mittelalterlichen Lehr- und Erlebnisort mitgearbeitet. Sie ist so etwas wie die Mutter vom Ganzen.

Sie steht am Ostermontag inmitten der weit über tausend Besucher und weiß nicht, ob sie strahlen oder vor Freude heulen soll. „Das ich nun diese Metamorphose dieses herrlichen Ortes erlebe, ist toll“, sagt sie. Vielleicht hätte man es von Anfang an so machen sollen, wie die jungen Leute jetzt, überlegt die Künstlerin. „Jetzt braucht das Vorhaben viele Freunde“, schreibt sie dem Verein und dem Mittelalter-Projekt aus Berlin ins Stammbuch. „Viele müssen jetzt bereit sein, ein Stück Holz ins Feuer zu legen, dass es weiterbrennt“, gibt sie den neuen Nutzern auf den Weg.

Die Besucher aus nah und fern staunen gestern bereits auf der Straße von Lapitz über die neuzeitliche Blechkarawane, die hier abgestellt ist. Statt der erwarteten 400 Gäste hatten schon am Mittag weit über 1000 Besucher das große Tor passiert. Doch die Menschenmassen verteilen sich gut in dem großzügigen Areal.

21.04.2014 
Quelle: Nordkurier 

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