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26.07.2014

Geheimnis um die Finanzierung

Die Sanierung des Voß-Hauses ist ein Millionenprojekt. Und für die Stadt Penzlin ein echtes Schnäppchen. Wo das Geld stattdessen herkommt, das müsste die Verwaltung eigentlich detailliert veröffentlichen. In einem Fall soll es aber eine Ausnahme geben.

Woher genau und warum die Spenden kommen, dass ist den Penzliner Stadtvertretern mitunter nicht ganz klar. Hauptsache, das Geld fließt für die gute Sache. Seit Jahren wird in der Stadt über die Sanierung des alten Rektorenhauses am Marktplatz diskutiert. Was dort neu entsteht, soll dem bedeutenden Dichter und Übersetzer Johann Heinrich Voß gewidmet werden, der seine Jugend in Penzlin verbrachte.

Ein teurer Spaß für die klamme Kommune. Die derzeitigen Schätzungen belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. Aus der Stadtkasse soll nur ein Bruchteil des Geldes kommen. Den Großteil soll das Land finanzieren. Die Stadt selbst rechnet nur mit einem Zuschuss von gut einem Prozent. Auch dank zahlreicher Spender. Privatpersonen und Unternehmen wollen sich an dem Projekt beteiligen. Alles ganz transparent, wie es das Gesetz vorschreibt. Jede Spende muss offiziell akzeptiert und in einem Jahresbericht veröffentlicht werden. Doch zumindest für einen Mäzen will die Stadt um jeden Preis eine Ausnahme machen. Hinter der geheimen Zuwendung steht die Ostdeutsche Sparkassenstiftung.

Neiddebatten befürchtet

Eine gemeinsame Stiftung ostdeutscher Sparkassenverbände hat noch vor wenigen Wochen öffentlichkeitswirksam einen Förderbescheid an Bürgermeister Sven Flechner (WPL) übergeben. Um wie viel Geld es dabei geht, soll ein Geheimnis bleiben. „Für uns ist das eine feste Bedingung“, betont Stiftungs-Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm von Rauch. Das gelte für alle Projekte, die von der Stiftung unterstützt werden. Man befürchte Neiddebatten. Gerade beim Voß-Haus wohl nicht zu unrecht. „Es ist eines unserer größten Projekte derzeit“, so von Rauch. In und um Penzlin gibt es allerdings auch immer wieder Kritik, dass die Stadt an vielen Stellen Einsparungen vornehme, sich aber die teure Sanierung leiste. Die geheime Summe stammt dabei nicht nur aus Erträgen der gemeinnützigen Stiftung. Auch die Müritz-Sparkasse selbst mischt mit, wie von Rauch bestätigt. Seit ihrer Gründung 1995 hat die Stiftung Zuschüsse in Höhe von rund 60 Millionen Euro vergeben.

Vielleicht hilft ein Verein

Dass die Stadt allerdings verpflichtet sei, Zuwendungen offen zu legen, sei der Stiftung bisher nicht bekannt gewesen, so der Geschäftsführer. „Es ist letztlich auch nicht unsere Aufgabe, dafür eine Lösung zu finden.“ Die könnte beispielsweise darin bestehen, dass das Geld nicht an die Stadt selbst, sondern an einen Verein fließt. Ein ähnliches Modell hatte die Stadt Waren im vergangenen Jahr für ihre Jubiläumsfeierlichkeiten genutzt. Unter anderem, damit Spender steuerliche Vorteile genießen können. Offiziell allerdings spricht man auch bei der Stiftung davon, die Stadt zu unterstützen. Wie man im Rathaus die Summe weiterhin geheim halten will, ohne gegen geltendes Gesetz zu verstoßen, dazu wollte sich bis zum Freitag in der Penzliner Stadtverwaltung niemand äußern.

26.07.2014 
Quelle: Nordkurier 

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