Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
08.06.2016

Gelebte Geschichte(n) im Garten

Eintauchen in die Vergangenheit können Besucher des Ziegenhofes in Kraase. Die Hofinhaberin berichtet über das Leben der letzten Besitzerin vom Gut Kraase – und wie diese Jahrzehnte nach der Flucht wieder nach Hause fand.

Kraase. Dass es eine Menge Ziegen gibt in Kraase, das hat sich längst herum gesprochen. Aber auch Käse und Torten locken Gäste regelmäßig auf den Hof, auf dem sich auch Katzen, Hündin Ursel, Hühner und Puten wohl fühlen. Dass dieses ländliche Areal nun grüne Lesestube wird, das ist etwas ganz Neues. „Wir laden am Sonnabend, 11. Juni, von 13 bis 18 Uhr zu Gartengeschichte(n) auf das Ziegengut ,Hinter den 7 Bergen‘ ein“, sagt Birgit Kuhr. Die neue Gutsbesitzerin liest aus dem Leben der alten Gutsbesitzerin. So der Tenor.
Birgit Kuhr nimmt das Buch von Lo Warnecke in die Hand, das den Titel „Auf der Flucht“ trägt. Darin geht es um die Geschichte einer Gutsfamilie aus Mecklenburg in den Jahren 1945-49. Lu Warnecke war die letzte Besitzerin auf Gut Kraase und hinterließ mit ihrem Buch ein Zeitzeugnis über ihr Leben im Dorf und über die Schrecken der Flucht. Am 28. April 1945 verließ sie Kraase mit ihren vier Kindern – die jüngste Tochter war gerade mal wenige Wochen alt. Denn die Russen waren bereits in Neubrandenburg angekommen, ihr Mann Franz befand sich noch an der Front. Dorfbewohner folgten ihr. Insgesamt machten sich 26 Wagen mit 34 Familien auf den Weg.
„Wir haben die ehemalige Gutsbesitzerin noch kennen gelernt. 2004 stand sie bei uns auf dem Hof. Im Epilog ihres Buches hat sie das Ziegengut erwähnt und dass wir die alte Treppe zum Haus wieder hergerichtet haben“ erzählt Birgit Kuhr, die im Jahr 2000 das Restgut übernahm. Die Familie bewohnt das Wirtschaftshaus aus Feldsteinen, das oft als Herrenhaus bezeichnet wird. Noch gebe es Kontakt zu den Kindern der Gutsherrin, die ab und an in Kraase vorbeischauen. Ausgewählte Passagen aus dem Buch sollen die Gäste zu hören bekommen. Die Lesungen finden ab 14 Uhr stündlich bis 17 Uhr statt. Platz nehmen will die Hofinhaberin dabei auf besagter Treppe, die zudem einen Blick auf eine der historischen Türen des Gebäudes freigibt.
Alles das, was derzeit auf dem Gelände blüht, wird diese Gartengeschichten umrahmen. Das fängt bei den Kletterrosen an, streift Wiesenmargeriten, Rittersporn, Holunder und hört noch lange nicht bei Lilien und Bartnelken auf.

08.06.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de