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13.12.2016

Gerettet: Im Zwinger drohte Laila der Tod

Da half keine Ermahnung mehr. Tierschützer mussten eingreifen, als sich Anwohner über den Zustand einer Hündin in Penzlin sorgten. Kurz vor dem Verhungern wurde sie aus ihrem Gefängnis befreit, das sogar schon zugewachsen war.

Penzlin/Malchow. Langsam erholt sich Laila von den Strapazen, die sie in ihrem alten Zuhause in Penzlin durchleiden musste. Der Umzug Mitte November ins Tierheim Malchow war nicht geplant, hat die Hündin aber vielleicht vor dem Tod bewahrt.
Anwohner hatten das Penzliner Ordnungsamt wegen eines vernachlässigten Tieres alarmiert. Schäferhund in Zwingerhaltung, kurz vorm Verhungern, tagelang kein Wasser und keine Sozialkontakte... beschrieben stichpunktartig die Situation. Die Stadt hatte sich an die kreisliche Behörde gewandt. Auf der Stadtvertretersitzung informierte Bürgermeister Sven Flechner nun darüber, dass dem Besitzer durch das Veterinäramt der Hund weggenommen wurde. Zumal die unzureichende Haltung dieses Vierbeiners schon mal auffällig gewesen sei, so die Verwaltung.
„Die Hündin, ein vierjähriger Schäferhund-Malinois-Mix, fristete in einem Zwinger in einem Garten ihr Dasein. Sie war sehr mager, sodass die Rippen zu sehen waren”, erzählt Dörte Thiel, die als Leiterin des Malchower Tierheimes die Aktion des Veterinäramtes unterstützte. Das Tier sei sehr zutraulich gewesen, habe sich völlig problemlos mitnehmen lassen. Die von Rasen eingewachsene Tür des Zwingers sei Bestätigung dafür gewesen, dass die Hündin schon einige Monate nicht mehr die Behausung aus Gitterstäben und Draht verlassen hatte.
Gegen den Halter wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Kreissprecherin Haidrun Pergande bestätigte zudem, dass das Tierheim für den Hund eine Vermittlung an geeignete Halter anstreben dürfe.
Inzwischen hat der Neuankömmling im Tierheim schon an die fünf Kilogramm Gewicht zugenommen, fühlt sich sichtlich wohl. „Statt Laika nennen wir sie jetzt Laila. Auch die Namensänderung soll für den Neustart der Hündin stehen, die total verfressen ist. Darum kann man mit Futter viel mit ihr trainieren. Die Grundkommandos beherrscht sie ohnehin, mag keine Katzen und hat einen mächtigen Jagdtrieb”, weiß Dörte Thiel inzwischen.
Und Laila ist nicht mehr allein. Ihr gegenüber im Zwinger sitzt Malik, ein Berner Sennenhund. Und es deutet sich eine Freundschaft mit dem weißen Schäferhundrüden Bootsmann an. Ist der Impfstatus bei Laila erreicht, könnte sie mit ihrem neuen Kumpel vielleicht zusammen im Auslaufbereich toben. „Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich Hunde ihr gutes Wesen bewahren, obwohl der Mensch ihnen so schlecht mitgespielt hat”, sagt die Tierheimleiterin. Obwohl das Team derzeit viele große Hunde betreut, bestehe Hoffnung, der freundlichen Penzliner Hündin irgendwann ein neues Zuhause geben zu können.
Vor Weihnachten wird nicht mehr vermittelt
Momentan leben 13 Hunde, 13 Katzen und sechs Kätzchen – allesamt Flaschenkinder – in der Einrichtung des Warener Tierschutzvereins. Für einige Hunde gibt es Interessenten, die sozusagen den Umgang mit dem neuen Hausgenossen noch proben. Als Notfall sehen die Tierschützer gegenwärtig den knapp dreijährigen Schäferhundrüden Aaron an, der mit Durchfall und Hautproblemen auf den ungewohnten Alltag im Tierheim reagiert. Zudem testet er die Mitarbeiter aus, kniept sie auch mal in Hose und Jacke. Übrigens werden vor Weihnachten keine Tiere mehr vermittelt. Schließlich sollen sie nicht zu ungewollten Geschenken werden.
„Hoffentlich bekommen wir in der nächsten Zeit nicht noch Katzen dazu. Denn wir planen fürs nächste Jahr den Neubau eines Begegnungshauses in der Einrichtung. Dafür müssen einige der Häuser der Samtpfoten samt Quarantänestation zunächst weichen”, kommt Dörte Thiel auf anstehende Vorhaben zu sprechen, die Mitarbeitern und Tieren bessere Bedingungen bringen werden. Und kaum hat sie den Satz zu Ende gesprochen, da klingelt das Telefon. Einsatz für die Tierschützer: eine Katze muss aus Teterow abgeholt werden.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

13.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

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