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25.11.2017

Gesperrt: Trojanisches Pferd hat Rücken

Das Urteil vom „Holzdoktor“ ist eindeutig: Es attestiert dem Aushängeschild des Heinrich-Schliemann-Museums in Ankershagen irreparable Schäden. Nun muss ein neues Ross her. Das kostet allerdings ein ziemlich hübsches Sümmchen.

Ankershagen. Eigentlich hat es das Tier nie wirklich gegeben. Es ist nur eine Sagengestalt. Aber was heißt hier „nur“? Das Trojanische Pferd auf dem Außengelände des Heinrich-Schliemann-Museums Ankershagen ist seit seiner Einweihung 1996 zum Aushängeschild und Wahrzeichen der Region geworden – und erfreut sich vor allem bei kleinen Gästen großer Beliebtheit. Die nutzen den „Hintern“ des sechs Meter hohen Holzbauwerks gerne für eine Rutschpartie. Oder zwei. Oder drei.
„Es hat in dieser Zeit viel erlebt, war der Star der Kinder, Mittelpunkt vieler Museums-Events und auch bei den erwachsenen Besuchern als Foto-Objekt und als Kulisse für Gruppenfotos außerordentlich beliebt. Sogar Landespolitiker ließen es sich nicht nehmen, eine Rutschpartie vom Pferd zu unternehmen“, beschreiben Museumsleiterin Undine Haase und Rainer Hilse, Vorsitzender der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft, in einem Brief an den Nordkurier.
Doch mit derlei Vergnügen ist nun vorerst Schluss. Das Trojanische Pferd hat Rücken. Und Bauch, Beine, Kopf, Rumpf. Kurz gesagt: Es steht nicht gut ums berühmte Ross. „Eigentlich war jetzt nur eine Routinereparatur angedacht, doch der ‚Holzdoktor‘ stellte irreparable Schäden fest. Der Zutritt und die Benutzung des Trojanischen Pferdes mussten gesperrt werden, um Unfälle zu verhindern. Die Treppe ist abgebaut, die Rutsche gesperrt“, heißt es in dem Schreiben. Die Folge: Lange und traurige Gesichter bei den Kindern und immer wieder die Frage: „Wann können wir wieder rutschen?“
Das dürfte noch einige Zeit dauern, denn die Diagnose der Holzbaufirma fällt eindeutig aus: „Das Pferd kann nicht mehr saniert werden, ein Neuaufbau muss erfolgen. Die Kosten belaufen sich nach Gutachten und Kostenvoranschlag auf 80 000 Euro.“ Eine Summe, die die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft Ankershagen, der Förderverein des Museums, aus eigener Kraft nicht bewältigen könne. Nun sei schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt, soll das Trojanische Pferd Kindern und anderen Besuchern zum neuen Saisonbeginn wieder Freude bereiten.
Das Trojanische Pferd in Ankershagen gehört nach Recherchen des langjährigen Museumsleiters Reinhard Witte zu mindestens 17 ähnlichen Bauwerken weltweit. Laut Infotafel vor Ort hatten die Geschehnisse des Trojanisches Krieges die Fantasie des achtjährigen Heinrich Schliemann so angeregt, dass er in Ankershagen den Entschluss gefasst haben soll, Troja eines Tages auszugraben.
Aufgebaut wurde die Nachbildung zu den 3. Museumstagen 1996. Schon zwei Jahre zuvor hatte Wilfried Bölke, früherer Leiter des Museums, sich ein Trojanisches Pferd aus der Prähistorischen Sammlung München als Leihgabe für fünf Monate ausgeborgt. Das war der Anlass dafür, Ankershagen ein eigenes Spiel- und Ausstellungsstück zu vermachen. Den Entwurf lieferte schließlich der Warener Bildhauer Walther Preik. Ein erstes Modell entstand im ÜAZ Waren, Mitarbeiter des Regionalwerks östlicher Tollensesee in Groß Nemerow bauten das Holzpferd auf. Es gab viele Förderer und die ganze Maßnahme betreute der Rotary Club Waren.
Erst im vergangenen Jahr war das Holztier „am offenen Herzen“ operiert worden, da ihm die Witterung mächtig zugesetzt hatte. „Wie uns der Tischlermeister sagte, müsste das Pferd alsbald völlig neu aufgearbeitet werden“, hatte Ex-Museumsleiter Reinhard Witte seinerzeit erklärt. Schon damals sollten Erwachsene lieber aufs Rutschen verzichten.

Falls Sie für ein neues Holzpferd spenden möchten:

Empfänger: H. Schliemann-Gesellschaft e.V.
Zweck:        Pferd
Bank:          Müritz-Sparkasse
IBAN:          DE85150501000640033458
BIC:            NOLADE21WRN

Kontakt zum Autor
f.ferber@nordkurier.de

25.11.2017 
Quelle: Nordkurier 

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