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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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20.08.2015

Herr Minister, füttern erlaubt – und meckern auch

Mit Gegacker, Gemecker und Gebell gab es für Till Backhaus eine besondere Geräuschkulisse beim Gespräch auf dem Ziegengut Kraase. Interessanter für ihn waren aber die Anliegen von Bürgermeistern und Landwirten. Denen macht ein anderes Tier Sorgen.

Kraase. Das Penzliner Land ist reichlich mit Bibern gesegnet. Davon kann Landwirt Bernd Kohn, der sich immer wieder um Schadensbegrenzung bemühen muss, ein Lied singen. Und er sang es Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) vor, der am Dienstag auf Sommertour im Penzliner Land war.
Auch die Stadt Penzlin musste reagieren, als der neue Radweg unter Wasser stand. Die eifrigen, unter Naturschutz stehenden Dammbauer hatten dort für einen Schaden von 2500 Euro gesorgt. „Das ist ähnlich wie mit den Wölfen. Auch die Biber haben keine natürlichen Feinde und vermehren sich ungestört. Irgendwann ist eine Obergrenze erreicht, die zum Handeln zwingt“, gab Bernd Kohn dem Minister zu verstehen. Dieser hatte in auf eine enge Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde verwiesen. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es derzeit an die 1400 Biber.
Im Rahmen seiner Sommertour hatte der Minister eine Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Dagmar Kaselitz angenommen, um sich vor Ort im ländlichen Bereich umzuschauen. Erste Station war die Büdnerei Lehsten. Danach ging es zum Ziegengut Kraase, wo sich Birgit und Holger Kuhr seit 2000 mit einem kleinen Landwirtschaftsbetrieb etablieren. Ziegen-Frischkäsetorte bekam nicht nur Till Backhaus gereicht. Auch Bürgermeister, Abgeordnete und Landwirte der Region ließen sich während der Gesprächsrunde die Köstlichkeit schmecken.
„In den vergangenen 25 Jahren hat das Land 21 Milliarden Euro in die Landwirtschaft investiert. Unsere Dörfer können sich sehen lassen und bilden mit den funktionierenden Agrarbetrieben das Rückgrat für die Region“, sagte der Minister stolz, ohne dabei seinen Unmut über die unzureichenden Milch- und Schweinefleischpreise zu verbergen. Förderprogramme zur Entwicklung des ländlichen Raumes finden ihre Fortsetzung. So werden bundesweit aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die aktuelle Förderperiode 1,35 Milliarden Euro bereit gestellt. Mittel aus den Töpfen Dorferneuerung und Leader sollen vor Ort bei der Realisierung von Projekten helfen.
Ein Thema, bei dem Bürgermeister Sven Flechner aus Penzlin genau hinhört. Denn die Stadt braucht Unterstützung beim Straßenbau zwischen den Ortschaften. Wurde beim Wegebau in den 90er Jahren doch nicht bedacht, dass die Landwirte einmal mit 40-Tonnern darüber hinweg fahren. Die Wege halten das nicht aus. Gerade rausgeflogen aus der Städtebausanierung sucht Punschendörp zudem nach anderen Fördertöpfen.
Und auch Thomas Will, Bürgermeister von Ankershagen, meldet einen Wunsch an: Er braucht Unterstützung für schnelleres Internet. Bei der Frage nach dem Einsatz von Leader-Mitteln für altersgerechtes Wohnen verwies Backhaus auf bereits realisierte Projekte in Woldegk und Mirow, die Beispiel sein könnten. Gehe es dabei doch um Daseinsvorsorge. Thomas Diener, Bürgermeister von Möllenhagen sowie Landwirt Bernd Kohn nutzten die Runde dagegen, um sich auch mal für die Unterstützung des Landes zu bedanken.

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m.jacobs@nordkurier.de

20.08.2015 
Quelle: Nordkurier 

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