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02.08.2016

Herr Schumacher und der windige Schwindel mit der AfD

Der Freie Horizont habe keinerlei Gemeinsamkeiten mit der AfD – das klarzustellen war dem Penzliner Parteigründer Norbert Schumacher immer wichtig. Dabei verschwieg er allerdings, dass er selbst schon einmal bei der AfD mitarbeiten wollte.

Penzlin. Keinerlei Gemeinsamkeiten gebe es zwischen dem „Freien Horizont“ und der AfD – so erklärt es jedenfalls Norbert Schuhmacher, Parteichef der Windkraft-Kritiker. „Dieser Darstellung muss ich widersprechen“, entgegnet nun Andreas Rösler, Sprecher des AfD-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Nach seiner Darstellung wollte Schumacher sehr wohl mit der AfD zusammenarbeiten. In einer Mail vom 25. Februar 2014 hatte Schumacher der AfD jedenfalls sein Interesse an einer Mitarbeit und einer eventuellen Kandidatur für den Kreistag Mecklenburgische Seenplatte bekundet.
Doch mit der Kandidatur wurde es nichts, weil die AfD bereits ihre Kandidatenliste fertig hatte. Augenscheinlich versiegte damit auch Schumachers Interesse, denn zu einem von ihm angekündigten Besuch einer AfD-Infoveranstaltung kurz darauf kam es nicht. Der Tierarzt aus Penzlin gründete bald darauf die Wählergemeinschaft „Aktionsbündnis gegen den unkontrollierten Windkraftausbau“, um an der Kreistagswahl teilzunehmen.
Rösler berichtet weiter: „In der darauf folgenden Wahlkampfzeit traf ich Herrn Schumacher auf einer Demo gegen den Windkraftausbau zum ersten Mal persönlich. Ich sprach ihn auf den zeitlich unglücklichen Verlauf unser Kandidatenaufstellung und seine Kandidatur bei uns an. Wir verblieben, dass man nach der Kreistagswahl und mit deren Ergebnis weitersehen könnte.“ Die AfD erreichte 2014 bei der Kreistagswahl im Kreis Mecklenburgische Seenplatte drei Mandate, sodass eines zur Fraktionsbildung fehlte. „Natürlich suchte ich gleich den Kontakt zu Herrn Schumacher. Es gab kein Nein und eine Vertröstung: Er müsse mal abwarten und noch mit anderen sprechen“, schildert Rösler. Kurze Zeit später schloss sich Schumacher jedoch einer anderen Fraktion an. Für Rösler steht fest: „Der zeitliche Ablauf und meine Erfahrungen mit Herrn Schumacher lassen mich nur zu einem Schluss kommen: Er versucht bloß, mit einem für ihn populären Thema Landtagsabgeordneter zu werden.“
Und was sagt Norbert Schumacher dazu? Die Darstellung der Kontakte durch Andreas Rösler bestätigt er. „Zu dem damaligen Zeitpunkt habe ich mich schon für eine Mitarbeit bei der AfD interessiert“, erklärt er. Die AfD habe sich da ja auch gegen den Windkraft-Ausbau ausgesprochen und sei damals noch stark von ihrem inzwischen ausgetretenen Gründer Bernd Lucke geprägt gewesen. „Nachdem ich mich dann gründlicher mit der AfD befasst habe, war mir klar, dass dies nicht die richtige Alternative für mich war“, erklärt Norbert Schumacher. Er und seine Mitstreiter hätten vielmehr bewusst den Kontakt zu den anderen Parteien gesucht. „Wir wollten schauen, ob eine davon unsere Anliegen vertritt.“ Erst nachdem man zu der Ansicht gekommen sei, von niemandem auf der politischen Bühne im Land präsentiert zu werden, habe man die Gründung einer eigenen Partei auf sich genommen.
Auch persönliche Ambitionen auf eine Politiker-Karriere habe er nicht, erklärt Schumacher: „Ich habe schon jetzt ein schönes, erfülltes Leben!“ Dass er dennoch für den Landtag kandidiere, sei sozusagen sein persönliches Opfer. „Denn ich will unser Land und die Natur retten!“

Von Jörg Foetzke

02.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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