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20.01.2018

Hexen im Winterschlaf? Nicht auf der Alten Burg

Durch das altersbedingte Ausscheiden langjähriger Mitarbeiter gibt es im Burgmuseum Penzlin neue Mitstreiter. Den Part der museumspädagogischen Arbeit hat eine junge Kunsthistorikerin übernommen. Und sie weiß genau, was sie für das Gemäuer erreichen will – auch mit Goethes Hilfe.

Penzlin. 29 Stufen geht es hinauf bis zum Büro im altehrwürdigen Gemäuer. Nicht in einem Turm, sondern in der denkmalgeschützten Alten Burg von Penzlin hat Julia Zietlow ihren Schreibtischplatz – und das mit einer tollen Aussicht auf die Altstadt. Seit Oktober 2017 hat die Kunsthistorikerin den Bereich der museumspädagogischen Arbeit übernommen, kümmert sich aber auch um Führungen und die anstehenden Verwaltungsaufgaben.

Zietlow, Julia

Momentan ist die 30-Jährige mitunter ganz allein in der historischen Anlage, gelten doch von November bis Ostern eingeschränkte Öffnungszeiten. Nur an den Wochenenden hat die städtische Einrichtung von 13 bis 16.30 Uhr geöffnet. „Gut 100 Besucher nutzten dieses Angebot bisher. Für einen tollen Jahresauftakt sorgte eine Seniorengruppe, die mit dem Bus anreiste. Die Gäste hatten ganz viele Fragen an mich und meine Mitstreiterin Wiebke Hanke”, erzählt Julia Zietlow, die mit ihrer Familie in Groß Nemerow zuhause ist. Da nicht mehr alle Senioren in der Lage waren, die Treppe in den Hexenkeller hinunterzusteigen, wurde das Museum beim Rundgang durch die Schwarzküche und durch den Rittersaal vorgestellt.
„Momentan nutze ich die Zeit, um neue Projekte für die Zusammenarbeit mit Schulen zu entwickeln. Neben Penzlin möchte ich dabei auch Einrichtungen in Neubrandenburg, Burg Stargard, Neustrelitz und Waren erreichen”, kommt die Museumsmitarbeiterin auf Pläne fürs Jahr zu sprechen. Fortgesetzt werden bewährte Aktionen wie das Kochen im Mittelalter sowie das Fledermausprojekt. Aber auch Märchen könnten eine Rolle spielen, taucht die Hexe als Symbolfigur der Burg doch in vielen Erzählungen auf. „Selbst Goethes ‚Zauberlehrling’ könnte Platz finden für neuerliche Vorhaben. Und auch für Chemie, Astronomie und Religion ergeben sich Bezugspunkte zum Hexenmuseum als außerschulischen Lernort”, nennt Julia Zietlow die große Bandbreite möglicher Projektthemen.
Generell habe das Burgmuseum viel Neues zu bieten. So konnte mit Hilfe von Leader-Mitteln die Ausstellung im Obergeschoss komplett umgestaltet werden. Dazu gehört auch der Barlach-Raum, der sich mit neuen Exponaten zeigt. Eine Rätselwalze wird künftig besonders kleinen Besuchern viel Spaß bereiten. „Angeschafft wurden zudem 30 Audioguides, die mit Saisonbeginn zu einem modernen Besucherleitsystem beitragen werden. Über Kopfhörer gibt es viele Zusatzinformationen zu einzelnen Stationen im Museum. Und Plattsnacker werden sich freuen über den mitreißenden Part in Niederdeutsch”, macht Julia Zietlow auf eine Neuerung des Hauses aufmerksam. Muss aber auch gestehen, dass sie mit Platt nicht so viel anfangen kann.
Dass es momentan noch recht ruhig zugeht auf der alten Ritterburg, hat auch mit den bis Mitte Februar reichenden Betriebsferien des Burgrestaurants zu tun. Das Museumsteam um Leiterin Professorin Andrea Rudolph hofft, dass auch in diesem Jahr wieder über 20 000 Besucher gezählt werden.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

20.01.2018 
Quelle: Nordkurier 

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