Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
31.05.2016

Hier kommen Bienen ins Schwärmen

Mit der ersten Honig-ausbeute des Jahres sind Roland und Michael Heidrich recht zufrieden. Ihre Bienen sind gut über den Winter gekommen, zeigen sich jetzt aber recht übermütig und würden gern das Penzliner Quartier verlassen. Dagegen müssen Vater und Sohn etwas tun.

Penzlin. Roland Heidrich sitzt auf dem Gartenstuhl und schlägt mit dem Hammer auf ein Axtblatt. Immer wieder. Der hohe metallene Ton soll verhindern, dass die Bienen sich aus dem Staub machen. Der 84-jährige Penzliner hat da so seine Erfahrungen mit den Schwärmern, da er schon in jungen Jahren an das Halten von Honigbienen herangeführt wurde.
„Wir haben ein richtiges Schwarmjahr. Da muss Vater gut aufpassen, dass unsere Bienen nicht abhauen“, sagt Sohn Michael, der mit seiner Familie und den Eltern das Anwesen in der Puchower Chaussee 29 b in Penzlin bewohnt. Es liegt etwas abseits der Straße, ist von Wiesen und Weideland umgeben. Tolle Bedingungen für die Imkerei.
Der 57-Jährige vermutet, dass es seinen Honigproduzenten zu eng geworden ist in ihrer Behausung, einem festen Bienenhaus. Die frühsommerlichen Temperaturen tun ihr Übriges. Durch das Schwärmen kommen die Bienen dem natürlichen Trieb nach, ihre Staaten durch Teilung zu vermehren. „Ich müsste die Völker schröpfen, ihnen Brut entnehmen und Ableger bilden. Aber eigentlich möchte ich nicht mehr als 20 Völker haben. Denn dieses Hobby macht richtig Arbeit“, gibt der Imker zu verstehen.
Seine Bienen sind gut durch den Winter gekommen, die Varroamilbe konnte ihnen nichts anhaben. Kurz vor Pfingsten hat der Penzliner den ersten Honig des Jahres geschleudert und zeigt sich zufrieden mit der Ausbeute von 180 Kilogramm. Abgefüllt in 500-Gramm-Gläser gehen sie zu den Stammkunden, die schon auf das süße Produkt warten. Aber auch bei Heidrichs kommt der eigene Honig jeden Tag auf die Frühstücksstulle. Für den unverwechselbaren Geschmack der Frühtracht sorgen Raps, Weißdorn, Löwenzahn und Obstblüten. Später kommen Linde, Weißklee, Akazie und Diestel als Geschmacksgeber hinzu.
Roland Heidrich schwört auf die Kornblume, deren Anteil auf den Feldern für die Bienen seiner Meinung nach durchaus größer sein könnte. Doch die wilde blaue Schönheit wird von den Landwirten nicht so gern gesehen – wenngleich sie mit dem roten Klatschmohn nach der Rapsblüte für absolute Hingucker in der Natur sorgt. Es gebe einen guten Kontakt zu den Landwirten im Penzliner Bereich, sagt Michael Heidrich. So können die Honigproduzenten dank der Bienenweiden auch in den Sommermonaten Pollen und Nektar finden.
Für die Bienenpopulation ist ein Trachtbestand übers ganze Jahr wichtig. Darum sucht der Bienenzuchtverein von Penzlin und Umgebung 1880 unter Leitung von Dirk Lindemann auch das direkte Gespräch mit den Ackerbauern, wenn es um Pflanzenschutz und das Mähen von Grünland geht. Schließlich profitieren diese von den enormen Bestäubungsleistungen der kleinen Honigbiene.
Mit seinen 84 Jahren ist Roland Heidrich der älteste Imker in Verein, dem 16 Mitglieder angehören. Sohn Michael kam 1982 dazu. Dass er in die Fußstapfen des Vaters trat, war für ihn ganz normal. Denn er hat Freude an den summenden Tieren, wagt sich inzwischen sogar an die Züchtung von Königinnen heran. Künstliche Befruchtung lautet hier das Geheimrezept, das wohl aber schon in wissenschaftliche Gefilde eingreift.
„Ich habe zehn Völker von meinem Vater Josef übernommen, der 1946 mit der Familie von Sudetendeutschland nach Mecklenburg übersiedelte. Mit dem Wagen war ich mit den Bienen auf Wanderschaft und habe diesen in der Nähe von Raps- und Kleeschlägen der Penzliner LPG abgestellt“, erzählt Roland Heidrich von seiner aktiven Imkerzeit. Heute hat er noch vier Magazinbeuten stehen, unterstützt den Sohn in der Imkerei.
Die Penzliner kennen den Senior noch als Tischler, der in der damaligen PGH tätig war. Viele Jahre erklang seine Stimme im Männerchor der Stadt. Das gehe aus gesundheitliche Gründen nicht mehr, so Roland Heidrich. Mit dem köstlichen Honig werde dennoch immer die Stimme „geölt“.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

31.05.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de