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21.01.2016

Hier ruft der Wald und nicht der Knast

Das Gros der Holzernte im Penzliner Forst übernehmen Firmen vom Fach. Doch zusätzliche Hilfe kommt vom Blau-Kreuz-Verein Zahren. Der profitiert nicht nur selbst, sondern auch Selbstwerber und Radler haben was davon.

Penzlin. Ab in den Wald heißt es mehrmals die Woche für zehn Bewohner des Blau-Kreuz-Vereins vom Schloss Zahren. Die Einrichtung des Diakonischen Werkes Mecklenburg unterstützt die Stadt Penzlin seit einigen Jahren bei der Pflege des kommunalen Waldes. Gegenwärtig steht der Bauwagen der Truppe, der Unterschlupf vor der Kälte bietet, im Schmort, einem Waldstück an der B 192.
„Bei der Arbeit spürt man die frostigen Temperaturen nicht so“, meint Therapeut Ralf Arndt. Und im Freien arbeitet seine Truppe gern. Er und ein weiterer Mitarbeiter fällen mit Motorsägen die von Forstfachmann Dietmar Rüthnick gekennzeichneten Bäume. Gilt es doch in diesem Winterhalbjahr, die Hauptwege im Waldstück verkehrssicher zu machen und das Lichtraumprofil wieder herzustellen. Profitieren wird davon der alte Bahndamm, der mit kreislicher Unterstützung zum Radweg umfunktioniert wurde.
Vorarbeit leisteten die Zahrener für die Selbstwerber, die sich im Zeitraum vom 15. Dezember bis 14. April nach Absprache mit dem Fachamt selbst Brennholz im Wald machen dürfen. Das Interesse nimmt von Jahr zu Jahr zu. Einer von ihnen ist zum Beispiel Roland Bielefeldt aus Penzlin, der sich hier „Futter“ für seine Holzvergaserheizung holt.
„Ich bin froh, dass uns der Blau-Kreuz-Verein so tatkräftig unterstützt. Zumal der Stadtbauhof gegenwärtig viele andere Aufgaben wie zum Beispiel im Winterdienst zu leisten hat“, sagt Dietmar Rüthnik, Sachbearbeiter der Stadtverwaltung im Bereich Forst. Er setzt auf naturnahe Waldwirtschaft und ist stolz, dass in der Bestandspflege mit den zusätzlichen Kräften viel nachgeholt werden konnte. Sie bereiten zudem Aufforstungsflächen vor. So werden an einem früheren Pappelstandort im Frühjahr Douglasien in den Boden kommen. Das trägt zu einer besseren Waldstruktur und zur Artenvielfalt bei.
Neben dem Spaß zieht auch der Blau-Kreuz-Verein Zahren einen Nutzen aus der Arbeit im Wald. Kommt er doch so kostengünstig an Brennholz heran, das auch in den Außenstellen Lübtheen und Dummerstorf gebraucht wird. „Wir holen die Stämme mit dem Traktor aus dem Wald und machen aus ihnen Brennholz auf unserem Holzplatz am Schloss. Damit haben wir gut bis zum Frühjahr zu tun“, erzählt Geschäftsführer Bernd Osiablo. „Den Schlossbewohnern eine sinnvolle Arbeit zu geben, das ermöglicht uns die Zusammenarbeit mit der Stadt Penzlin“, fügt der Sozialtherapeut hinzu. Unter dem Motto „Freiheit statt Strafe“ kümmert sich der Verein um von Haft bedrohte oder aus Haft entlassene Menschen, die mit Suchtproblemen oder Persönlichkeitsstörungen zu tun haben. Dazu gehören junge Leute, Ältere, Männer und Frauen.
Der Schmort mit einer Fläche von 140 Hektar ist ein Teil des Penzliner Kommunalwaldes, zu dem auch Hufenholz sowie Flächen am Westufer des Großen Stadtsees gehören. Buchen und Eichen prägen das Revier, das als Mischwald gilt. Laut Beschluss der Stadtvertretung sieht das Forstkonzept als jährlichen Hiebsatz 1900 Festmeter Holz vor, mit dem die Kommune Einnahmen für die Stadtkasse erzielt. Angesichts der vorherrschenden Preise hofft Dietmar Rüthnik, dass mit der diesjährigen Holzernte wieder gute Erlöse eingefahren werden.
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21.01.2016 
Quelle: Nordkurier 

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