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21.09.2016

Hier wird tief in der Geschichte gebaggert

Heimatdichter Johann Heinrich Voß bekommt endlich ein Hüsung. Denn die Bauarbeiten am künftigen Literaturhaus in Penzlin gehen gut voran. Eine weitere Baustelle in Sachen Kultur ist die Dauerausstellung im Burgmuseum.

Penzlin. Das Fundament für den Anbau ist gegossen, erste Versorgungsleitungen sind verlegt. Nach der Grundsteinlegung Mitte Juli geht es kontinuierlich voran beim Ausbau des Voß-Hauses am Markt von Penzlin. Während die Front des historischen Fachwerkhauses nach wie vor wie unberührt wirkt, bildet der Hofbereich gegenwärtig den Schwerpunkt auf dieser Baustelle. „Es ist abzusehen, dass sich die geplante Bauzeit von 18 Monaten reduzieren wird. Schon im September 2017 könnte das Voß-Haus eingeweiht werden“, wagt Bürgermeister Sven Flechner einen Vorausblick. Noch immer mit im Boot seien die Bodendenkmalpfleger. Bis auf einige Tonscherben hätten sie bisher nichts Herausragendes entdeckt. Doch dass diese Geschirrteile einst betuchten Penzlinern gehört haben müssten, das konnten die Fachleute dem Stadtoberhaupt zusichern.
Der Anbau wird Archiv, Touristinformation und die öffentliche Toilette beherbergen und soll noch vor dem Winter fertiggestellt werden. Dann könne der Ausbau des historischen Gebäudes erfolgen, das um 1750 errichtet wurde. Darüber informierte der Verwaltungschef auch die Mitglieder des Ausschusses für Schule und Kultur, die sich über den Stand von Kulturprojekten in Penzlin erkundigten.
Mit dem Rektorhaus am Markt entsteht in Penzlin eine besondere Kultureinrichtung. Hier wird es endlich möglich, auch eine Ausstellung zum Leben und Schaffen von Johann Heinrich Voß (1751-1826) zu integrieren. Seine Dichtungen und Übersetzungen gerade auch jungen Leuten näher zu bringen, soll ein Auftrag des künftigen Literaturhauses werden. Der Bezug ist da. Schließlich ging Voß hier bei Rektor Struck zur Schule. Insgesamt sind Investitionen von 1,58 Millionen Euro geplant.
Wie vom Bürgermeister zu erfahren war, hat die Stadt auf Anraten von Bildungsminister Mathias Bordkorb einen Förderantrag im Kultusministerium gestellt, um auf dem Vorplatz des Voß-Hauses eine Homer-Büste aufstellen zu können. Eine erste Studie dazu gibt es bereits. Nach Vorstellungen von Museumsleiterin Andrea Rudolph soll es eine außergewöhnliche Homer-Skulptur sein, keine Kopie von Büsten des antiken Dichters wie sie in Neapel zu finden sind. Schließlich übersetzte Johann Heinrich Voß Homers Epen „Ilias“ und „Odyssee“ und hatte ein ganz eigenes Bild von diesem Autor. „Für dieses Projekt, das neben dem Ausbau des Voß-Hauses angepackt werden soll, wären ungefähr 25 000 Euro nötig. Wir hoffen auf eine Förderung von 50 Prozent und bemühen uns auch um weitere Spenden“, so der Bürgermeister.
Mehr als einen Hoffnungsschimmer gibt es inzwischen bei den Bemühungen zur Erneuerung der Ausstellung in der Alten Burg. Denn die Leader-Aktionsgruppe Mecklenburg-Strelitz befürwortete den Förderantrag und stellte Penzlin eine Summe von 115 000 Euro zur Verfügung. Damit sollen Audioguides angeschafft werden für die elektronische Museumsführung.
Während mit dem Spielzimmer bereits für die kleinen Museumsbesucher ein neuer Bereich geschaffen wurde, gibt es großen Nachholebedarf in den weiteren Räumen des Obergeschosses. Reicht deren Gestaltung doch weit in die 90er Jahre zurück. Abzusehen ist, dass sich die Besucherzahl auch in diesem Jahr auf 20 000 einpegeln wird. Mit einer überarbeiteten Ausstellung könnte die Penzliner Burg nur gewinnen.
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m.jacobs@nordkurier.de

21.09.2016 
Quelle: Nordkurier 

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