Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
12.08.2016

Horrorhaus Rethra: War Leiche in Plastik verpackt?

Im Fall der Toten aus Alt Rehse hat der verhaftete Hausbesitzer ausgesagt. Doch aufgeklärt ist längst nicht, wie die Frau starb. Zudem kommen immer neue Details aus dem ehemaligen Gasthof ans Licht.

Alt Rehse. Hinter Fenstern zittern Gardinen. Die Alt Rehser haben ein Auge auf ihr Publikum. Und sie wollen Gewissheit. Hat der Ex-Wirt seine Geliebte umgebracht? Jene S. H.*, Anfang 30, die der inzwischen Verhaftete aus einer betreuten Einrichtung zu sich geholt haben soll? Und die mit Hilfe von Dorfbewohnern zuvor vor ihm in ein Frauenhaus geflohen sein soll?
Zumindest sind die Ermittler im Fall der verwesten Frauenleiche einen großen Schritt weiter. Denn der 51-Jährige „hat sich zu der Sache geäußert“, wie die Neubrandenburger Staatsanwältin Beatrix Komning am Donnerstag auf Nordkurier-Nachfrage sagt. Er sei von der Polizei vernommen worden und habe dabei „Angaben zur Sache gemacht“, nach denen man maximal vermuten könnte, wer die Tote sei. Ein Geständnis? Kein Kommentar. Näheres wollte Komning aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Sie dementierte oder bestätigte aus gleichem Grund auch nicht die Informationen des Nordkurier, nach denen die verweste Frau in mehreren Plastiksäcken verpackt gewesen sein soll.
Der Verhaftete sei noch in Gewahrsam. Nach Nordkurier-Informationen soll er unterdessen einem Psychiater vorgestellt worden sein. „Wir ermitteln weiter in alle Richtungen“, erklärte Komning. Nach wie vor sei die Identität der Toten unklar und die Obduktion hätte erst ein erstes Zwischenergebnis geliefert. Jetzt stehe eine DNA-Analyse an wie der Nordkurier erfuhr.
Von Flatterband umgeben und von Müll gesäumt, suchen die Rehser zumindest räumlich Abstand vom Horrorhaus in ihrer Gemeinde. „Mysteriös“, kommentiert einer am Donnerstagmorgen im Vorbeigehen und blickt auf die verschlossene Tür. Mit „seinem Lärm und kruden Benehmen“ galt das Paar im Dorf als seltsam. Nicht zuletzt wegen seiner „wirren Nachrichten auf Facebook“. In diffusen Sätzen geht es um ihre Liebe, die verschobene Weltachse, das Frauenhaus – nachfolgend ein Auszug: „S. wird glaub nimmer leben... habe S. im Februar bedroht so dass sie mit Polizei aus meinem Haus geholt werden musste. dann wurde sie zu ihrem. Schutz in Frauenhaus gebracht...“ und „Wir feiern dieses Jahr Kaiserhochzeit welche durch Familiengericht und Standesamt beglaubigt und öffentlich verkündet wird...“
Ein Reichsbürger wolle er sein, der diesen Staat nicht anerkennt. Einer noch dazu, den man im Amt Penzlin durchaus schon mal ungebeten Gitarre hat spielen hören. Ähnlich wie auch an jenem Morgen, als die Polizei von Dorfbewohnern in sein Haus gerufen wurde, weil er lautstark Trompete spielte.
Wie genau das Paar zusammenlebte, das reimt man sich im Dorf nur zusammen. „Sie war nicht immer da. Manchmal haben wir sie tagelang nicht gesehen und nur den Mann.“ Der Ex-Wirt, habe S. H., die nach Nordkurier-Informationen lange Jahre bei ihren Eltern in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz lebte, vor gut einem Jahr ins Dorf geholt. Einige Jahre zuvor war die seinerzeit 27-Jährige in der Kuppelshow „Schwer verliebt“ auf der öffentlichen Suche nach ihrem Traummann eher schmählich vorgeführt worden, als ins rechte Rampenlicht geraten.
Im medialen Interesse steht sie nun wieder. Und egal war die junge Frau den Alt Rehsern durchaus nicht. Im Dorf heißt es, dass man seit Monaten immer wieder Polizei und Ordnungsamt informiert und in den Ort gebeten und dabei großes Unbehagen und Sorge um die Frau ausgedrückt habe . „Da ist im Vorfeld viel schief gelaufen. Vielleicht könnte die Frau noch leben“, sagte am Donnerstag ein Alt Rehser.
*Name d. Red. bekannt
Kontakt zur Autorin
c.goels@nordkurier.de

12.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de