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23.07.2015

Im neuen Atelier gibt sie Keramik-Fans den Ton an

Ein Besuch bei einer Freundin veränderte alles für Eva-Maria Kersten. Die Berlinerin packte ihre Sachen und zog nach Alt Rehse. Dort macht die Lehrerin nun in Keramik. Eine ihrer Spezialanfertigungen schmückt schon so manches Haus im Raum Penzlin. Und nun hat sie einen Weg gefunden, ihren Beruf und ihre Berufung zu vereinen.

Alt Rehse. „Tolle Sachen selber machen“ ist das Credo für das offene Atelier von Eva-Maria Kersten. Momentan zieht es sich aber durch ihren ganzen Alltag. „Ich habe Anfang des Jahres die Räume des ehemaligen Kindergartens in Alt Rehse gemietet und dort meine Keramikwerkstatt eingerichtet. Anfangs musste alles entrümpelt werden. Und es gibt immer noch genug zu tun“, erzählt die 61-Jährige, die im Ortsteil von Penzlin ihren neuen Lebensmittelpunkt gefunden hat.
Vor gut fünf Jahren kam sie das erste Mal aus Richtung Berlin nach Alt Rehse, um eine Freundin zu besuchen. Monate später packte die gebürtige Weimarerin ihre Koffer und zog ganz nach Mecklenburg. Im Wachhaus am Tollense Lebenspark richtete sie sich mit Ton und Brennofen ein und begeisterte erste Dorfbewohner für das kreative Arbeiten.
Mit den neuen Räumlichkeiten ergeben sich für die studierte Biologie- und Chemielehrerin Chancen, um weitere Pläne umzusetzen. So möchte sie hier ein kleines Café eröffnen. „Doch dazu muss erst die Nutzungsänderung des Gebäudes in eine gewerbliche Einrichtung erfolgen. Und das dauert so seine Zeit“, hat sie erfahren müssen.
Mieterin des früheren Kindergartens zu werden – dafür kam der Anstoß vom Lindendorf Alt Rehse e.V., in dem Eva-Maria Kersten Mitglied ist. Viele Hände aus der Truppe packten mit an, damit die Werkstatt wieder öffnen konnte. „Jeden Dienstagabend gibt es einen Erwachsenenkurs und am Mittwoch- und Donnerstagnachmittag drücke ich Kindern Ton in die Hand“, kommt die Keramikerin auf ihre Kurse zu sprechen. Auch wenn sie die Teilnehmer noch an der Hand abzählen kann, ist sie ziemlich optimistisch. So schauten auch schon Urlauberkinder bei ihr vorbei und in den Ferien richtet sich die Atelierinhaberin auf weitere Gäste ein.
Neben dem Werkeln in Alt Rehse betreut Eva-Maria Kersten eine Arbeitsgemeinschaft in der Grundschule Penzlin und leitet zudem die Keramikwerkstatt im Haus Acht des Warener Kultur- und Kunstvereins. „Ich sehe mich nicht in erster Linie als Keramikerin, die ihre Produkte an den Mann bringen will. Mir geht es darum, mein Wissen weiter zu geben, die Teilnehmer zu ermutigen und sie beim Umgang mit dem Material zu unterstützen. So erproben wir gemeinsam Ideen und setzen sie um“, erzählt die Neu-Alt-Rehserin, die sich total wohl fühlt in ihrem Dorf. Wenngleich selbst einmal auf dem Lande aufgewachsen, seien ihr die Mecklenburgischen Landschaften und die Leute hier sehr viel mehr ans Herz gewachsen. Und das habe auch mit eben jener Hilfsbereitschaft zu tun.
Wer durch das Atelier streift, wird sicher schnell die orangefarbene Schnecke mit Penzliner Kirche, Häusern und Bäumen auf dem Gehäuse entdecken. Eine kleine Besonderheit, schließlich ist sie das Logo für die Cittaslow-Bewegung, die einst von Marihn ausging und heute für die ganze Stadt Penzlin steht. Dabei geht es um das Leben, das ganz bewusst gestaltet und wahr genommen werden soll. Eva-Maria Kersten hat die Schnecke als Keramikfigur gefertigt und damit so etwas wie einen Pokal geschaffen. Zum Jahresempfang in diesem Jahr wurde beispielsweise ihr Heimatverein, der Lindendorf Alt Rehse e.V., damit von Bürgermeister Sven Flechner ausgezeichnet.
Und langsam aber stetig hat auch Eva-Maria Kersten noch viel mehr vor. „In meinem offenen Atelier ist Platz. Hier könnte auch gemalt werden. Vielleicht findet sich ein Partner für so einen Kurs“, nennt die Keramikerin einen Wunsch. Selbst Projekttage wären möglich. Schließlich gibt es mit dem Dorfteich vor der Tür ein ganz besonderes Biotop, das von Kindern erforscht werden könnte, fügt die Pädagogin hinzu. Aber auch Garteninteressierte können bei ihr vorbei schauen. Denn der Blick über den Zaun verrät, dass hier nicht nur eine Ton-Künstlerin, sondern auch ein grüner Daumen am Werk ist.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

23.07.2015 
Quelle: Nordkurier 

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