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18.01.2018

In letzter Sekunde: Frau aus Brandhaus gerettet

Am Dienstag heulten gegen 5.40 Uhr in Marihn und dem Penzliner Land die Sirenen. Ein Doppelhaus brannte lichterloh, darin eine 89-jährige Frau. Ihr Nachbar zögerte nicht lange und half, noch bevor die rund 60 Einsatzkräfte eintrafen.

Marihn. „Es hat schon nach Rauch gerochen, als ich über die Rosenallee schaute“, erinnerte sich Roberto Klein aus Marihn. Dann musste alles ganz schnell gehen, denn aus dem gegenüberliegenden Doppelhaus züngelten am Mittwoch kurz vor 6 Uhr Flammen und bahnten sich ihren Weg in den nasskalten Morgenhimmel.
Schnell wurde die Feuerwehr über Notruf alarmiert, doch erst auf die Löschmänner warten – dafür war keine Zeit. Die 89-jährige Bewohnerin befand sich noch in dem brennenden Haus. Roberto Klein eilte über die Straße und rettete sie durch ein Fenster. Unterstützung bekam er von weiteren Anwohnern, die auf das Feuerdrama aufmerksam wurden.
Unterdessen rückten Löschfahrzeuge der Feuerwehren aus Marihn, Möllenhagen, Klein Lukow und Penzlin an. Auch jeweils eine Drehleiter der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg und der Freiwilligen Feuerwehr Waren wurden durch die Leitstelle zum Einsatzort disponiert. Mit dem Wasser aus den Fahrzeugstanks wurden ersten Löschversuche unternommen, die aber im Flammenmeer versanken.
Das Feuer hatte sich binnen weniger Minuten durch das gesamte Dach gefressen und schlug meterhoch in den Himmel. Eine unabhängige Wasserversorgung musste aufgebaut werden. „Wir haben hierfür das Hydrantennetz genutzt und den 200 Meter entfernten Löschteich“, erklärte Torsten Mantei. „Doch der Teich war gefroren, so dass wir ihn erst freihacken mussten“, so der Marihner Ortswehrführer, der die Einsatzleitung übernahm.
Zeitgleich wurde die ersteintreffende Drehleiter aus Neubrandenburg in Stellung gebracht und Hunderte Liter Wasser wurden nun pro Minuten gegen den „Roten Hahn“ eingesetzt. Weißer Rauch verteilte sich in der Straße.
Auch Kreisbrandmeister Norbert Rieger und sein Stellvertreter Andreas Kocik eilten nach Marihn und verschafften sich einen Überblick. „Wir sind dabei, die Nachbargebäude zu schützen und nehmen die Brandbekämpfung im Außenangriff vor“, schilderte Einsatzleiter Mantei die Lage. Gemeinsam mit weiteren Führungskräften bildeten die drei eine technische Einsatzleitung und koordinierten die weiteren Maßnahmen.
Aber einige Maßnahmen liefen auch ohne die Kommandostelle. Werner Dreier hatte ebenfalls sein Wohnzimmer verlassen und schritt über die Rosenallee. Im Gepäck hatte der Senior heißen Kaffee und verteilte ihn an die Einsatzkräfte.
Eine knappe Stunde nach dem Ausbruch konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. „Die Restlöscharbeiten werden aber noch eine Weile dauern“, schätzte Torsten Mantei gegen 7.30 Uhr ein. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf 80 000 Euro. Als Brandursache wird von einem technischen Defekt am Sicherungskasten ausgegangen. Die Bewohnerin wird derzeit im Klinikum Neubrandenburg wegen einer leichten Rauchgasvergiftung behandelt.
Auch Bürgermeister Sven Flechner war am Vormittag vor Ort, um sich den Brandschaden anzusehen sowie mit Helfern und den Kameraden der Feuerwehren ins Gespräch zu kommen. Er geht davon aus, dass sich die drei Kinder der 89-jährigen Frau darum kümmern, wo die Mutter nach dem Krankenhausaufenthalt untergebracht werden könne. „Wird Hilfe gebraucht, müsste die Familie an uns herantreten. Es gibt in Marihn freien Wohnraum in einem Neubaublock, allerdings nicht im Erdgeschoss“, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage.

18.01.2018 
Quelle: Nordkurier 

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