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27.10.2017

Jugend ist noch nicht ganz angekommen in Neuer Burg

Relativ viel Freiheiten genießen die Kids im Jugendraum der Neuen Burg, der zweimal die Woche öffnet. Nach dem Umzug vom alten Rathaus gab es zum Jahresbeginn so etwas wie einen Neustart – aber auch mit spürbaren Folgen.

Penzlin. Höhenflüge werden die Penzliner Kids im Jump-House in Berlin-Reinickendorf erleben, wo eine Trampolinhalle auf sie wartet. Frank Kettner macht sich heute mit ihnen auf den Weg. Sechs Teilnehmer meldeten sich für diesen Ferienausflug. Wo es hingehen soll, haben die Jugendlichen selbst vorgeschlagen. „Sich einzubringen, aktiv zu sein und damit ihren Alltag zu bereichern, dabei wollen wir die Mädchen und Jungen hier vor Ort unterstützen”, sagt Frank Kettner, der zweimal die Woche mit seiner Mitstreiterin Elise Baumann im Jugendraum der Neuen Burg Ansprechpartner für die Penzliner Kids ist.
Seit 2014 gibt es die mobile Jugendsozialarbeit (MoJu) im Amtsbereich Penzliner Land, die sich derzeit vor allem auf die Stadt konzentriert. Träger ist der Caritas Mecklenburg e. V., Kreisverband Mecklenburg Strelitz. Einmal die Woche ist der MoJu-Bus in den Dörfern unterwegs, um auch dort mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. „Dieser Bereich soll mit Hilfe der Penzliner Amtsverwaltung weiter ausgebaut werden. Die Auswertung einer Mobilitätsanalyse wird Aufschlüsse für die Neuausrichtung der Streetwork-Zeiten geben”, meint Frank Kettner und verweist auf eine bevorstehende Diskussionsrunde am 9. November.
Von der Schließung des Alten Rathauses am Wall, das von der Stadt verkauft wurde, waren die Jugendlichen ebenso betroffen wie der Modellbauverein und die Blaskapelle. „Wir hatten unsere Räumlichkeiten dort gerade erst in viel Eigeninitiative renoviert und dann kam das Aus. Seit Januar dieses Jahres gibt es den Jugendtreff nun im Bürgerzentrum Neue Burg”, kommt der Sozialpädagoge auf Veränderungen zu sprechen, die Folgen mit sich bringen.
So sei die Anzahl der Teilnehmer geschrumpft. Übers Jahr 2016 nutzten 410 Personen die Angebote der mobilen Jugendsozialarbeit. Es zeichne sich ab, dass es künftig wohl weniger werden. „Den Jugendlichen ist der Weg zur Neuen Burg zu weit. Andererseits hat sich die bestehende Gruppe aufgelöst. Einige sind aufgrund ihres Jobs nicht mehr in Penzlin”, nennt der 34-jährige Neubrandenburger Gründe.
Mit der Einrichtung des Jugendraums in der Neuen Burg sei die Truppe immer noch beschäftigt. So sollen noch Regale angebracht werden und es gibt Vorschläge zur Wandgestaltung. Da es an Lagermöglichkeiten fehlt, können die großen Sitzkissen nicht einfach mal beiseite geräumt werden, um Platz für die Tischtennisplatte zu schaffen. So muss mitunter improvisiert werden.
Wie von Frank Kettner zu erfahren war, nutzen die Kids ihr Mitspracherecht in der monatlichen Klubversammlung. So stellten sie selbst erste Reglungen auf für das Miteinander. Ordnung stehe dabei ganz oben an. Zu den beliebten Projekten gehört das gesunde Kochen. So kauften die Schüler am Mittwoch Zutaten ein, um anschließend gemeinsam den Sandwichmaker anzuschmeißen. Die Küchenzeile mit neuem Herd bietet für diese Aktionen gute Bedingungen.
Und hier findet sich am kleinen Tisch auch mal Gelegenheit, unter vier Augen zu sprechen. „Wir leisten auch Einzelfallhilfe. Das heißt, jeder kann sich mit seinen Problemen an uns wenden, die vertraulich behandelt werden”, kommt der Sozialpädagoge auf einen weiteren Bestandteil der mobilen Jugendarbeit zu sprechen. Ganz wichtig sei ihm dabei, dass die Sozialarbeiter des MoJu weder für die Ordnungshüter noch für Schulen oder Jobcenter arbeiten. „Wir haben den Anspruch, junge Menschen grundsätzlich in ihrer Persönlichkeit zu akzeptieren und auf Augenhöhe mit ihnen zu sprechen. Dabei sind Transparenz unsererseits und Freiwilligkeit der Jugendlichen Grundvoraussetzungen”, fügt er hinzu.

27.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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