Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
02.07.2016

Junge Erfinder bringen Müritzregion aufs Brett

Wer kennt unsere Müritzregion genau? In diesem Punkt müssen immer mehr Kinder passen. Doch statt zu jammern, haben Schüler und Lehrer ein fantasievolles und lehrreiches „Rezept“ dagegen. Und an der Müritz soll längst nicht Schluss sein.

Möllenhagen. Er ist für Champions, der Warener Campingplatz Ecktannen. Denn nur wer dort ankommt, hat gewonnen. Dabei muss der keinen Meter selbst zurücklegen. Um diesen Weg zu meistern, muss man Köpfchen haben. Wer sagt, dass das alles nur ein Spiel ist, was die acht jungen Leute aus der Schule Möllenhagen da gemeinsam mit ihrem Projektleier Joachim Behne ersonnen und kreiert haben, der irrt. Denn im Müritzspiel geht es um nichts Geringeres als Heimat. Um die Müritzregion und sogar ein Stück weiter. Es geht um das „Wir-Gefühl“ und Dazugehören als Fundament für Kindheit und Verbundenheit mit der Gegend, in der man aufwächst und lebt. Gern genommen sein dürfte das Novum aber auch bei Touristen, bei Gästen der Region. Denn spielend lernen, darauf setzen Pädagogen nicht vergebens. Und wer mag nicht auch etwas dazu lernen über Land und Leute in seinem Urlaub, davor oder danach?
Doch das ist noch Zukunftsmusik. Bis dato gibt es erst zwei Spielsätze. Eine Karte, Spielkarten und – ähnlich dem „Mensch ärgere dich nicht“ – Figuren, mit denen das Spielfeld umrundet wird, kommen darin zum Einsatz. „Das ist alles Handarbeit. Und je mehr wir uns vertieften, desto besser und detaillierter wollten wir es machen“, erzählt Joachim Behne voller Stolz auf seine acht Jungs in der Projektgruppe. Der eine kann gut zeichnen, der andere hat Ideen, der nächste ist ein Ass im Basteln: Ergebnis ist das Müritzspiel.
Der Grund allerdings, dieses Spiel überhaupt entwickelt zu haben, der ist ein mahnender und trauriger. Ex-Lehrer Joachim Behne hat selbst und auch in Gesprächen mit anderen Pädagogen erfahren, „dass immer mehr Schüler extreme Defizite in Heimatkunde haben, dabei ist das ihre Gegend, ihr Zuhause. Sie halten eine Angel in einen See neben ihrem Haus, und wissen gar nicht einmal, wie der See heißt“, klagt Behne. Die Eltern von heute wollen ihren Kindern etwas bieten und meinen, dies mit Reisen in alle Herren Länder zu tun. Der Nachwuchs kennt Spanien und Amerika, aber nicht mehr den Vogel oder den Grashalm, die Besonderheit einer Kirche oder Veranstaltungen vor der eigenen Haustür. Mit dem Müritzspiel könnte dagegen gesteuert werden, sind die Erfinder sicher.
Die Entdeckungsreise mit dem Müritztroll, Baumwurz, dem Schlossgespenst und Hexi, so heißen die Figuren für die Spieler, startet in Waren, führt über Klink, Malchow, Alt Schwerin, Plau, Stuer, Zislow, Röbel, Rechlin, über das Ostufer der Müritz und den Nationalpark wieder nach Waren. Ziel ist der Campingplatz Ecktannen. Und Rauswerfen ist erlaubt. Aber in erster Linie muss man etwas wissen, um ans Ziel zu kommen. Wie im richtigen Leben. Vorerst sollen die Spiele im Sachkundeunterricht der fünften und sechsten Klassen zum Einsatz kommen.
Die Erfinder aus Möllenhagen können sich vorstellen, dass das Spiel, bei dessen Umsetzung sie von der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung und Integration (RAA) in Waren unterstützt wurden, „ganz oft produziert und verkauft wird“. Vielleicht über Touristiker in der Region. Und wenn das gut läuft, dann würden sie auch gern über den heimatlichen Tellerrand hinaus blicken und regional bezogene Spiele beispielsweise für die Schweriner Seenplatte, die Ostseeküste oder die Insel Rügen entwickeln. „Das fördert die Heimatverbundenheit und freut Gäste“, begründen sie.
Kontakt zur Autorin
c.goels@nordkurier.de

02.07.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de