Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
09.02.2016

Kein Märchen: Von einem der wegzog und etwas da ließ

Ein Buch aus dem Schrank nehmen und ein neues hineinstellen – das ist jetzt in der Residenzstadt Neustrelitz möglich. Aber eine Bedingung gibt es schon, damit sich die Vielleser dort mit interessantem Stoff versorgen können. Und wer hat es möglich gemacht? Ein Müritzer, der sich auf alte Spuren begibt.

Penzlin/Neustrelitz. Es ist eine Art Bücherschrank für alle. Und der steht nun auch für die Strelitzer und ihre Gäste zur Verfügung – in der Elisabethstraße 30. Dass sich die Residenzstädter nun nach Belieben am neuen Büchertauschregal bedienen können, dass verdanken die dortigen Leseratten auch einem Müritzer.
Bestückt wurde es nämlich von Hartwig Richter vom Müritz-Literatur-Märchenverein. Der Verein geht wieder einmal auf Reisen. Nach zwei Zwischenstopps in Neustrelitz soll Penzlin der neue alte Wirkungsort sein, wie Richter signalisierte. In der kleinen Stadt mit Burg hatte der seit fast 20 Jahren bestehende Verein auch zuerst seinen Sitz. Später gab es einen Umzug in die Neustrelitzer Mühlenstraße. Zuletzt war der Müritz-Literatur- und Märchenkreis im Daniel-Sanders-Sprachhaus in Altstrelitz aktiv. Und jetzt soll wegen des in diesem Jahr anstehenden Umzugs die dortige Bibliothek mit mehreren tausend Bänden aufgelöst werden.

Neugierig, wer kommt und neuen Lesestoff will

Einen ersten Teil der Bücher hat Richter in der vorigen Woche in die Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt in die Strelitzer Chaussee gebracht. Während dort vor allem die Jüngsten vom Lesestoff profitieren können, ist das Büchertauschregal in der Elisabethstraße ein Ort für alle, die das gute Buch zu schätzen wissen. Derzeit beinhaltet das Möbelstück Literatur aller Genres vom Duden über den Krimi bis zum Groschenroman.
Wer das Regal nutzen möchte, muss vor allem eine Regel beachten: Für ein herausgenommenes Buch muss es Ersatz geben. Ein anderes Exemplar muss dann ins Regal gestellt werden. Und das sollte sich in einem guten Zustand befinden. So, als würde man das Teil beispielsweise an einen guten Freund verschenken wollen. „Das Büchertauschregal ist aber kein Entsorgungsplatz. Stark zerlesene, dreckige oder unvollständige Bücher dürfen nicht abgestellt werden“, formuliert Hartwig Richter die Bedingungen. Klare Sache, denn niemand nimmt gern ein zerfleddertes Buch in die Hand.
Ihn fasziniert die Idee des Büchertauschregals schon länger. Unter anderem hat sich der 63-Jährige in der Hansestadt Greifswald einen solchen Platz angesehen. Da befindet sich der Tauschplatz allerdings unter freiem Himmel. In Neustrelitz steht das Regal dagegen gut beschützt im Kunstwerk-Geschäft von Kerstin Rudolph.
Die Geschäftsinhaberin, die gerade von der Glambecker Straße in die Elisabethstraße umgezogen ist, war von Anfang an begeistert von der Idee des Büchertauschens. Kerstin Rudolph ist sich sicher, dass sie auch selbst ab und an Bücher in das Regal stellen wird. Und sie ist neugierig auf die Menschen, die bei ihr nach Büchern stöbern werden. Selbst unterhält die Feldbergerin zwischenzeitlich zwei Kunstwerk-Geschäfte. Das zweite befindet sich in Neubrandenburg. An ihrem Neustrelitzer Standort in der Elisabethstraße möchte sie auch heimischen Laienkünstlern die Gelegenheit geben, ihre Arbeiten auf Kommissionsbasis zu veräußern. Damit bekommen die Arbeiten eine Öffentlichkeit und ihre Schöpfer auch, sagt Kerstin Rudolph.
Kontakt zur Autorin
m.steffen@nordkurier.de

09.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de