Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
22.03.2013

Kein Wind in den Rädern, dafür Steine im Weg

Das Thema Windkraft spaltet die Stadt Penzlin. Immer mehr Bürger engagieren sich gegen eine Erweiterung des Windparks. In der Stadtvertretung wollen viele nichts davon wissen.
Von unserem Redaktionsmitglied
Carsten Schönebeck

Penzlin. Das Klima wird ruppiger in Penzlin. Und selbst Spenden-Debatten hängen auf einmal mit dem Thema Windkraft zusammen. Das behaupten jedenfalls einige der Beteiligten.
In der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung hat die CDU-Fraktion nicht nur das Amt des Bürgermeisters in Frage gestellt (der Nordkurier berichtete). Auch Stadtvertreter Bernd Kohn (WPL) bekam sein Fett weg. Der Unternehmer hat für das Stadtjubiläum mehrere Tausend Euro gespendet. Doch obwohl die Stadtvertretung erst über die Annahme des Geldes entscheiden musste, stand Kohn bereits als Spender auf der städtischen Internetseite. Grund für kritische Nachfragen. Antworten blieben aus. Auffällig zudem: Kohn ist neben Müritz-Mäzen Jost Reinhold der einzige namentlich erwähnte Geldspender. „Ich kann das auch nicht erklären. Mir wäre lieber, wir würden jeden nennen. Egal, ob er 750 Cent oder 8000 Euro gespendet hat“, so Bürgermeister Sven Flechner (WPL). Kohn erklärte, es gäbe keine Abmachung über seine Nennung. „Außerdem verstehe ich die Kritik nicht. Ich will mich jedenfalls nicht entschuldigen, weil ich Geld spende.“ Er vermutet andere Hintergründe. „Es geht um die Windkraft. Weil ich Befürworter neuer Anlagen bin, will man mich diskreditieren“, sagt er.
Kohn gehört ein großer Teil des in Frage kommenden Baulandes. Er würde durch Pachtverträge profitieren. „Ich mache keinen Hehl daraus. Aber es geht nicht um mich, auch die Stadt hat ja etwas davon“, sagt er. Die könnte an den Einnahmen der Anlagen beteiligt werden.
In der Stadtvertretung war bisher die Rede davon, alle Fakten zu prüfen. „Wir müssen erst mal alles auf dem Tisch haben, um uns eine Meinung zu bilden“, betonte Stadtpräsident Gerhard Kresin (FDP) am Dienstag. Kohn ist da offenbar einen Schritt weiter. „Wir müssen die notwendigen Mehrheiten organisieren“, erklärte er gegenüber dem Nordkurier. „Wir“, das seien die Befürworter, darunter auch der Bürgermeister. Der wiederum weist das von sich. „Bevor ich nicht weiß, was die Stadt davon hat, habe ich mich auch nicht entschieden“, so Flechner. Ihm ginge es dabei vor allem um die Stadt. „Im Gegensatz zu Herrn Kohn verdiene ich damit kein Geld.“ Doch gegen die Kritik der CDU nimmt er den Unternehmer in Schutz. „Die sollen sich mal an die eigene Nase fassen. Von denen ist bisher kein Cent für das Jubiläum gekommen“, so Flechner.

Kontakt zum Autor
c.schoenebeck@nordkurier.de
22.03.2013 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de