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27.04.2016

Keine Drehleiter, kein Wohnen unterm Dach?

Mehrere Millionen Euro sind nötig, um künftig alle 13 Wehren im Penzliner Land einsatzbereit zu halten. Das verlangt kluges Handeln von der Amtsverwaltung. Dazu gehört auch die Überlegung, obere Etagen in Wohnblöcken nicht mehr zu vermieten.

Penzlin. Mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren zählen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Krukow zu den jüngsten Rettern im Amt Penzliner Land. Gefolgt von Marihn, Lehsten und Klein Lukow. 47 Jahre erreichen dagegen schon die Ankershagener, die Truppen in Alt Rehse und Groß Vielen sind mit 46 Jahren dabei. Nachzulesen ist das in der Feuerwehrbedarfsplanung, die seit April nicht nur bei Verwaltungschef Sven Flechner auf dem Tisch liegt.
Bürgermeister, Wehrleiter sowie Amtswehrführer Uwe Henning sollen fortan mit dem 126 Seiten langen Dokument arbeiten. „Ausgehend vom neuen Brandschutzgesetz des Landes wurden die Kommunen aufgefordert, so eine Bedarfsplanung zu erarbeiten. Dabei geht es um die Perspektive der Retter und die Planung notwendiger Investitionen“, sagt Flechner, der als Verwaltungschef auch Dienstherr der Feuerwehrleute ist. Eine Pflichtaufgabe der Kommunen.
Penzlin hat diese Aufgabe bereits 2014 ausgeschrieben und sich ein externes Unternehmen gesucht. 20 000 Euro waren dafür veranschlagt, mussten aber nicht ausgeschöpft werden. „Uns war es wichtig, einen unbeteiligten Dritten mit ins Boot zu holen. Das sichert eine objektive Bewertung. Wir hatten ohnehin schon damit zu tun, für die Ist-Analyse alle Zahlen einzureichen“, sagt Gemeindewehrführer Uwe Brandt.
So gibt es im Amtsbereich 13 Wehren sowie 13 Standorte für Gerätehäuser. Vom baulichen Zustand her erfüllen sieben dieser Häuser nicht mehr die Bedingungen. Dazu gehören die in Groß Vielen und Klein Lukow. „Ein Neubau – wie für Ankershagen geplant – kostet über 377 000 Euro. Dabei handelt es sich um einen reinen Zweckbau“, führt Sven Flechner ein Beispiel an. Es zeigt, dass auch für Wehren mit Grundausstattung eine Menge Geld in die Hand genommen werden müsse. Dazu gehöre ebenso die Technik. 20 Fahrzeuge gebe es gegenwärtig im Bestand. Einige stammen noch aus DDR-Zeiten oder wurden nach der Wende von befreundeten Wehren übernommen. Mitunter waren diese sogar schon ausgemustert. „Bei der Neuanschaffung von Löschfahrzeugen für die kleinen Wehren setzen wir zukünftig auf Tragkraftspritzenfahrzeuge, die aber auch schon 140 000 Euro kosten“, nennt Brandt eine Schlussfolgerung aus der Bedarfsplanung.
Für die Stützpunktwehren Penzlin und Möllenhagen ergeben sich nicht nur auf technischer Seite höhere Anforderungen, da sie Hilfe bei Verkehrsunfällen zu leisten haben und im Katastrophenschutz mit eingetaktet werden. Unverhältnismäßig wäre laut Flechner aber die Anschaffung einer Drehleiter für diese Wehren. Hier müsse die Hilfe von Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren genutzt werden. „Da diese bei Brandeinsätzen aber beispielsweise nicht rechtzeitig in Möllenhagen wären, ist darüber nachzudenken, ob die oberen Etagen von mehrgeschossigen Wohnblöcken überhaupt noch vermietet werden. Schließlich geht es um die Sicherheit der Menschen“, spricht er ein Problem an, das in der Kommune beraten werden müsse.
Auskunft gibt die Feuerwehrbedarfsplanung auch über den Ausbildungsstand. Der sei an einigen Standorten nicht zufriedenstellend. Auch die Verfügbarkeit der Kameraden und damit die Einsatzbereitschaft zeige sich sehr unterschiedlich. Sind in Möllenhagen 41 Prozent der Aktiven auch werktags zu erreichen, so seien es etwa in Bocksee mitunter nur ein oder zwei Kameraden.
„Uns ist es wichtig, jede Wehr im Amt zu erhalten. Dazu sind eventuell auch Strukturveränderungen notwendig. Auf jeden Fall müssen Gelder eingeplant werden, um die Ausrüstung zu sichern. Aber es geht auch um die Motivation der Mitglieder und gute Nachwuchsarbeit“, resümiert Sven Flechner.

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27.04.2016 
Quelle: Nordkurier 

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