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07.09.2014

Keine Zukunft für das Schliemann-Museum?

Dass die dem Kreis gehörenden Museen in einer GmbH zusammengefasst werden sollen, empört die Schliemann-Gesellschaft auf ihrer Jahrestagung. Der das Museum unterstützende Verein sieht sich in Konflikt mit seiner Gemeinnützigkeit, wenn er eine Organisationsform unterstützt, die nur gewinnbringend orientiert ist.

In seinen elf Jahren Amtszeit ist Museumsleiter Dr. Reinhard Witte Sorgen fast schon gewöhnt. „Aber jetzt wird‘s richtig spannend“, sagte Witte, einer der renommiertesten Vertreter der internationalen Schliemannforschung, fast kämpferisch vor den Mitgliedern der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft auf deren Jahrestagung am Sonntag in Ankershagen.

Witte beruft sich dabei auf ein Rundfunk-Interview, das Kreis-Kulturamtsleiter Axel Müller vor wenigen Tagen gab. Darin zweifelt dieser angesichts des kreislichen Millionen-Defizits deutlich die Zukunft des Heinrich-Schliemann-Museums an und fragt, „ob wir uns dieses mit 250 000 Euro bezuschusste Museum noch leisten können.“ Gemessen wird dies – nicht zum ersten Mal – an den Besucherzahlen und damit der „Wirtschaftlichkeit“ dieser weltweit, doch regional weniger anerkannten Stätte. Witte aber traut seinem Museum 80 000 Besucher zu, stünde es zentral wie das Müritzeum. So aber zählt man rund 12 000 Gäste jährlich an diesem mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr schlecht zugänglichen Ort, an dem der sagenumwobene Archäologe Schliemann aufwuchs. Müller, neben seiner Aufgabe als Amtsleiter für Wirtschaftsförderung pikanterweise zugleich auch Leiter des kreislichen, millionenschwer geförderten Agroneums in Alt Schwerin, sagte zu seiner „Verteidigung“, dass der Kreis nun mal nicht mehr ausgeben könne, als er habe.

In Konflikt mit der Gemeinnützigkeit

Müller fußt seine Rundfunkaussage auf ein bereits vom Kreis-Wirtschaftsausschuss durchgewinkten Gutachten zur Haushaltskonsolidierung an der Seenplatte, mit dem das Innenministerium ein Stuttgarter Wirtschaftsberatungs-Unternehmen beauftragt hat. „Von dem nicht mal einer im Museum selbst gewesen ist“, schimpfte Schatzmeisterin Sybille Galka, die zudem kritisierte, dass bei den Besucherzahlen mit gleichem Maß gemessen werden müsse: Wie viel Gäste denn das Agroneum selbst ohne die vielen Feste und deren Besucher auf dem Gelände hätte? Eine vom Landrat favorisierte Alternative aus dem Gutachten, mit der sich 100 000 Euro einsparen ließen, ist eine GmbH. In dieser sollen neben der Wirtschaftsförderung auch das Radwegenetz und die fünf Museen in Trägerschaft des Landkreises zusammengefasst werden. „Eine Organisationsform, die ausschließlich auf wirtschaftliche Einkünfte zielt und die unkomplizierteste Art zudem, unliebsame Einrichtungen loszuwerden“, sieht sich nun die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft, die das Museum als Verein unterstützt, in Konflikt mit seiner Gemeinnützigkeit – und sogar schon die Insolvenz in wenigen Jahren voraus.

Beratend, ob sich die 183 in aller Welt lebenden Mitglieder solch einer „windigen Einrichtung“ noch anvertrauen können, beschlossen sie eine Stellungnahme an Land und Kreistags-Fraktionen zu schicken. Darin wollen sie die Bedingungen für ihre weitere Unterstützung des ohnehin sanierungsbedürftigen Museums knüpfen, bevor der Kreistag Ende September seinen Beschluss über die umstrittene GmbH fassen kann.

07.09.2014 
Quelle: Nordkurier 

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