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13.01.2018

Kronenaufbau könnte gefällte Bäume retten

80 Baumkronen müssen zwischen Mallin und Penzlin weggeschafft werden. Die Bäume wurden von Vandalen geköpft, die aus einer Laune heraus mit Axt und Säge loszogen. Ob einige der verstümmelten Bäume gerettet werden können, darüber wird in der Stadtverwaltung noch beraten.

Penzlin. Das Los der geköpften 80 Bäume im Bereich von Mallin und Penzlin gibt den Mitarbeitern der Amtsverwaltung noch so manche harte Nuss zu knacken. Dass die vermeintlichen Täter von der Polizei ausfindig gemacht wurden, ist erfreulich. Auf dem Schaden von annähernd 70 000 Euro bleibt die Stadt zunächst allein sitzen. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Über den NDR erhielt die Stadtverwaltung den Hinweis, dass vom Naturheilgut Karow eine Spende von 1000 Euro für Neuanpflanzungen zur Verfügung gestellt wird. Bürgermeister Sven Flechner hat bereits Kontakt zur Inhaberin Angelika Josephine Nawroth aufgenommen. Der Penzliner, der den entscheidenden Hinweis auf die Täter gegeben hatte, verzichtet übrigens auf die finanzielle Belohnung. Sowohl Stadt als auch die Wählergemeinschaft Penzliner Land hatten zusammen 1000 Euro bereitgestellt.
Bleibt die Frage: Was wird aus den beschädigten Bäumen? Wie vom Bürgermeister zu erfahren war, sollen an der Gemeindestraße zwischen Mallin und Passentin je nach finanziellen Möglichkeiten Neuanpflanzungen vorgenommen werden. Hier wurden im Zeitraum von November bis kurz vor dem Jahreswechsel insgesamt 19 Bäume beschädigt, so dass sie kronenlos nicht mehr zum angedachten Alleencharakter der Strecke beitragen werden.
„Bei den 69 Winterlinden am Radweg zwischen Mallin und Penzlin könnte man vielleicht einen Versuch wagen”, sagt Dietmar Rüthnick, der Sachbearbeiter für Forst und Baumpflege in der Stadtverwaltung ist. Mit ihrem kräftigen Wurzelgeflecht treiben diese Bäume eigentlich immer stark aus. „Man könnte sie vor Beginn der Vegetationsperiode auf Stock runterschneiden und mit den frischen Trieben allmählich eine neue Krone aufbauen”, lautet eine seiner Überlegungen. Das sei jedoch sehr arbeitsintensiv und die Zweige müssten vor Wildverbiss geschützt werden. Überlasse man die geschädigten Stämme sich selbst, würden sich kleine Büsche oder Seitenkronen ausbilden. Das würde rein optisch kein gutes Bild ergeben. Schließlich erfüllen die Bäume am Radweg auch Vorgaben der Landschaftsgestaltung, sollen Schatten spenden sowie Vögeln und Insekten Lebensraum bieten.
Auch Ulrich Meier vom Warener Planungsbüro Minke macht dieser Baumfrevel Jugendlicher sehr betroffen. Immerhin stammen die Bauunterlagen aus dem Warener Büro. „Wir haben Ende 2017 vor Ablauf der Gewährleistungsfristen noch eine Abnahme an Ort und Stelle vorgenommen. Insgesamt wurden 2014 auf diesem dritten Bauabschnitt des Radweges von uns 207 Bäume in die Erde gebracht. Sie waren damals an die vier Jahre alt”, sagt der Baufachmann. Gerade hat er die Akte mit den Plänen wieder hervorgeholt, um der Penzliner Bauamtsleiterin Jacqueline Tillack für die Schadenserfassung konkrete Fakten zukommen zu lassen.
Das Pflanzen der Bäume war eine Ausgleichsmaßnahme für die versiegelten Flächen auf der neun Kilometer langen Radpiste Alter Bahndamm. Während das Planungsbüro von Gerhard Kresin den ersten Bauabschnitt von Groß Lukow bis zum Wasserwerk Penzlin unter seine Fittiche nahm und ign Waren den nächsten Abschnitt realisierte, nahmen sich Hartmut Minke und Ulrich Meier den Abschnitt ab Klärwerk in Höhe Neuhof bis Mallin zur Gemeindegrenze Wulkenzin vor.
An den Kosten von 798 000 Euro beteiligten sich der Landkreis und die Stadt Penzlin, Fördermittel kamen vom Land und von der Europäischen Union. Nach Ankündigung des Landkreises, in diesem Jahr endlich den Lückenschluss bis Wulkenzin zu realisieren, ereilte die Stadt die traurige Nachricht von den geköpften Bäumen. Das war weit mehr als nur ein Wermutstropfen.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

13.01.2018 
Quelle: Nordkurier 

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