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21.11.2015

Lebenspark: Richter hebt Freiheitsstrafe auf

Alt Rehse und noch kein Ende. Der Mann, der sich einst das gescheiterte Projekt vom Lebenspark am Tollensesee ausdachte, hat wenigstens in seiner Berufungsverhandlung vor dem Landgericht einen kleinen Sieg errungen.

Alt Rehse. Bernhard W. hat Geburtstag. Der seit Freitag 58-Jährige aus Bayern, der 2006 den Traum von alternativer Lebensweise und autarker Gemeinschaft im Park zu Alt Rehse ersann und damit Dutzende andere Kapitalismusmüde ansteckte, sitzt an seinem Ehrentag schon wieder vor dem Richter. Aber – dieses Mal, weil der Mann das selbst so wünscht. Denn W. war nicht einverstanden mit dem Urteil des Amtsgerichts in Neubrandenburg, das ihn im April zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilte – ausgesetzt zur Bewährung. Der Mann legte Berufung ein, weil er sich zu hart bestraft fühlte.
Dabei war nicht von Pappe, was ihm die Staatsanwaltschaft vorwarf. W. hatte, um an die letzte Charge eines 300 000-Euro-Kredits für den Lebenspark zu gelangen, sieben Bürgschaften gefälscht. Sieben Frauen und Männer, alles Freunde und Bekannte des Angeklagten, wussten nichts davon, dass ihnen die Bank im Ernstfall ans Fell gehen kann, weil sie unbekannterweise jeder mit 3000 Euro für den Kredit geradestehen sollten. Die völlig überrascht waren, als der Ernstfall eintrat, weil der Lebenspark unter Führung von W. und seinem Bruder die Raten nicht mehr zahlen konnte.
Kurz gesagt – die falschen Bürgen mussten nichts zahlen. Das wäre ja auch noch schöner, wussten die doch bis zum bösen Brief der Bank nichts von ihrem Glück. Die Angelegenheit wurde zu einer der Justiz, die dem Lebenskünstler Kreditbetrug und Urkundenfälschung vorwarf. Sechs Monate auf Bewährung und 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit wären angemessen, meinte im April die Richterin des Amtsgerichts, Tanja Krüske. Und wollte sich und dem Angeklagten nicht ersparen, im Urteil zwar von einer noch günstigen Sozialprognose zu sprechen, aber angesichts der Lebensumstände des Angeklagten, der damals von Verwandten lebte und sich schon wieder als Initiator verschiedener Unternehmensprojekte sah, diese auch als „gefährlich“ titulierte.
„Ja, ich habe einen Fehler begangen“, so der Initiator der insolventen Lebenspark-Gesellschaft. Aber schließlich habe er ja niemandem geschadet und sich auch nicht persönlich bereichert. Alles Geld sei in den Lebenspark geflossen. Das sehen Richter Jochen Unterlöhner und seine beiden Schöffen von der Berufungsstrafkammer des Landgerichtes ähnlich. Kein drohender Freiheitsentzug, aber dafür 7000 Euro Geldstrafe, legt das Gericht fest. Der Angeklagte gibt alles zu, hat sich entschuldigt und sei bislang noch ohne Vorstrafen.
Jetzt muss sich der Mann um das Geld kümmern. Doch, so sagt er, es gebe schon Zusagen aus der Familie, ihm auch dabei wieder zu helfen. Denn er selbst beschäftige sich zwar schon wieder mit sehr wichtigen Projekten, sei aber noch ohne Einkommen.

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t.beigang@nordkurier.de

21.11.2015 
Quelle: Nordkurier 

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