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10.08.2016

Leichenfund in Alt Rehse: Ex-Wirt festgenommen

Der Tag in Alt Rehse begann mit dem Tod. Im einstigen Landgasthof war es laut. Wieder mal. Irgendjemand rief die Polizei. Wieder mal. Die entdeckte dieses Mal nicht nur die Ursache des Lärms, sondern eine Leiche im Haus. Schaulustige streiften die Straße hoch und runter. Unter ihnen bahnte sich ein Verdacht an.

Alt Rehse. Der Hubschrauber reißt Alt Rehse aus dem Schlaf. Sirenen von Polizei- und Rettungswagen. Die ersten Neugierigen stehen vorm Haus „Rethra“, dem einstigen Landgasthof. „Da wurde einer abgeführt, in Handschellen“, will ein älterer Mann gesehen haben. Die Polizei, die nicht zum ersten Mal wegen Ruhestörung in das Haus im beschaulichen Alt Rehse gerufen wurde, sieht dort bei ihrem Einsatz noch etwas ganz anderes: eine Leiche.
„Noch steht weder fest, ob es ein Mann oder eine Frau ist, die wir gefunden haben. Der 51-jährige Hausherr wurde festgenommen, was aber nicht bedeutet, dass er der Täter sein muss. Wir können ein Verbrechen nicht ausschließen, ermitteln aber in alle Richtungen“, betont Carolin Radloff, Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, inmitten des Großaufgebots von Leichenwagen, Polizei, Spurensicherung. Ihr Handy klingelt.
Ein Mann mit Gummischürze telefoniert in einem Auto mit offener Fahrertür. Über den Hof des „Rethra“ eilen Männer in weißen Schutzanzügen. Und das rot-weiße Flatterband zerschneidet die Illusionen der Urlauber, die an diesem Morgen unsicher am Dorfteich warten. Die Straße entlang des Hauses ist gesperrt. Wortfetzen und Fotografen, Blaulicht und die Schaulustigen schaffen eine Filmszene, wie die Rehser sie offenbar so manches Mal fürchteten, aber nie glaubten, dass sie wahr werden würde.
Ohne zu wissen, wer da ums Leben gekommen ist, machen sie sich einen Reim auf die Tragödie, in deren Mittelpunkt der Festgenommene steht. Er gilt nicht als besonders umgänglich im Dorf. Sei immer wieder durch Lärmen aller Art ins Visier von Polizei und Ordnungsamt geraten. Eine neue Gefährtin habe er offenbar gehabt. „Aber die haben wir auch schon lange nicht mehr gesehen“, heißt es im kleinen Café am Dorfteich – den Schock der Nachricht noch in den Knochen.
Das laute Trompetenspiel in den Morgenstunden soll es auch diesmal wieder gewesen sein, was die Nachbarn nervte. Doch, dass sich in dem Haus möglicherweise Tragisches abgespielt hat, das reißt so manchen Alt Rehser zu Spekulationen und Kommentaren hin. „Manchmal hat man den Mann durchs halbe Dorf gehört. Man wusste nicht so recht, woran man bei ihm war. Es gibt Leute im Ort, die wollten ihm helfen, aber das lehnte er irgendwann auch ab“, sagt man in Alt Rehse. „Oje, das tut mir so leid, was da wohl abgelaufen ist“, sagt eine ältere Frau und legt eine Hand auf ihr Herz.
Eine tragische Figur im Dorf ist der Ex-Wirt offenkundig. Einer, der vor neun Jahren in Alt Rehse mit der Gaststätte „Rethra“ das Glück suchte, das er zuvor in Belzig nicht gefunden hatte. Doch die Geschäfte gingen schlecht. Nach drei Jahren, 2010, musste er wieder schließen. Die großen Pläne sind verraucht. „Er wurde auch immer wunderlicher“, hat man im Dorf beobachtet. Doch was da nun genau in seinem von der Gemeinde gekauften Haus geschah, was sich hinter den Wänden abspielte, das weiß noch niemand. War es ein Unfall? War es gar Mord?
Die Leiche war auch am Nachmittag noch in dem Wohnhaus. Laut Polizei wird sie wahrscheinlich heute obduziert werden. In welchem Zimmer des Hauses und unter welchen Umständen die Leiche gefunden wurde und was zum Tode führte, auch dazu gibt es noch keine Auskunft. Carolin Radloff bat um Verständnis dafür, dass es so wenige Stunden nach dem Fund noch keine detaillierteren Informationen geben könne. Für Schuldzuweisungen sei es viel zu früh.

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c.goels@nordkurier.de

10.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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