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01.08.2017

Leo schwimmt tapfer, andere schwänzen

War das wechselhafte Wetter schuld, dass viele der angemeldeten Kinder dem Schwimmkurs in Penzlin fernbleiben? Ärgerlich für den Sportverein VfB 93. Dennoch zählt für die Handballer jedes Kind, das sich ins Wasser traut. Denn ein Drittel der Grundschüler in Penzlin kann das nicht einfach so.

Penzlin. Nach der Aufwärmrunde über die Liegewiese geht es hinein ins Wasser. Erst bis zu den Knien, dann bis zum Hosenbund und dann bis zur Brust. Und dann kann es losgehen mit dem Schwimmtraining an der Badeanstalt in Werder. Start war am Sonnabend. Ursprünglich sollte der Kurs schon im Juni starten, doch das Wetter war einfach zu schlecht.
Inzwischen hat sich die Wassertemperatur der der Luft angeglichen. „Insofern ist keiner bisher wegen des kalten Wassers aus den Fluten gestiegen”, zeigt sich Bernd Neuendorf am Montag ganz zufrieden mit den Bedingungen. Weniger begeistert ist der Vorsitzende des VfB 93 Penzlin von der Teilnehmerzahl. Ursprünglich waren mal 40 Kinder gemeldet. Aber nur 15 davon nutzen wirklich das Angebot des Vereins und erscheinen zum Kurs, der noch bis Mittwoch dauert. Besonders ärgerlich: „Es gibt weder Abmeldungen noch Entschuldigungen. Dabei sind allein 22 Kinder der kommenden 2. Klassen unserer Schule Nichtschwimmer”, führt Bernd Neuendorf die Notwendigkeit solcher Lehrgänge ins Feld.
Als Leiter der Regionalen Schule mit Grundschule „Johann Heinrich Voß” in Penzlin weiß er um diese Problematik. Ein Drittel der 155 Grundschüler der Penzliner Einrichtung könne nicht schwimmen. Das treffe sogar noch auf einige Schüler höherer Klassen zu. Dennoch will der Vereinsvorsitzende sich nicht entmutigen lassen, bietet momentan den 30. Schwimmkurs am Großen Stadtsee in Penzlin an.
Unterstützt wird er dabei von Übungsleitern des Vereins. „Ich habe Semesterferien, studiere in Greifswald auf Lehramt. Insofern macht mir die Aktion mit den Kindern Spaß“, sagt Christian Matzke aus Penzlin. Tom Wiegand aus Mallin, der Kfz-Mechatroniker ist, opfert sogar Urlaubstage, um den Schwimmkurs mit unterstützen zu können.
Karin Marek begleitet ihren sechsjährigen Enkel Leo zum See, der im September zur Schule kommt. Er ist zu Besuch in Penzlin, wohnt in Bredenfelde bei Woldegk. „Sein neunjähriger Bruder Ole hat hier auch schon das Schwimmen gelernt”, sagt sie und weiß den Enkel bei den Handballern von Bernd Neuendorf in guter Obhut. Ob Leo bereits die Prüfung zum „Seepferdchen” ablegen kann, das scheint noch ungewiss. Denn dafür müsste er sich 25 Meter allein über Wasser halten. Mit der Schwimmnudel kommt er schon gut voran. Aber er könne ja im nächsten Jahr seine Schwimmfähigkeiten ausbauen, meint seine Oma. Damit hofft sie darauf, dass es 2018 abermals so einen Kurs am Stadtsee geben wird.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

01.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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