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07.03.2013

Lock-Angebot lässt Bürgerinitiative kalt

Die Gewerbesteuer eines interessierten Betreibers könnte nur heiße Luft sein, geben Gegner eines möglichen Windparks bei Ankershagen zu bedenken. Risiken für Natur und Tourismus seien das nicht wert.
Von unserem Redaktionsmitglied
Gerald Bahr

Ankershagen. Schon vor der Informationsveranstaltung vergangenen Freitag, bei der auch Vertreter der wpd onshore teilnahmen, stellte die Bürgerinitiative „Für die Schliemanngemeinde Ankershagen“ klar, dass das „Tor zum Müritz-Nationalpark“ für einen Windpark der falsche Ort sei (der Nordkurier berichtete).
Dem versuchte die wpd mit einem verlockenden Angebot zu kontern. 70 Prozent der anfallenden Gewerbesteuer sei gesetzlich geregelt an die Gemeinde zu entrichten, in dessen Bereich die Windräder aufgestellt seien, hieß es im Vortrag der Firma. Diese stellte Ankershagen 90 Prozent in Aussicht. Ein um bis zu zwei Cent je Kilowattstunde vergünstigter Stromtarif für Anwohner und ein „Bürgerwindrad“, mit Anwohnern als teilhabenden Investoren, wurde ebenfalls in Aussicht gestellt.
In Anbetracht des bescheidenen Haushalts der Gemeinde sei es daher nicht verwerflich, sich über potenzielle Einnahmequellen zumindest zu informieren. „Beschlossen ist schließlich noch nichts“, sagte Boris Kilian (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Ankershagen.
So mag die Aussicht auf die Gewerbesteuer zwar verlockend klingen, könnte sich aber als heiße Luft offenbaren, gaben die Sprecher der Initiative, Ronald Weber und Thomas Will, zu bedenken. Sie verwiesen auf Fälle verschiedener Betreiber von Windparks im Bundesgebiet, in der Gemeinden eben keine Gewerbesteuer erhielten. Hohe Investitionskosten und die Abschreibungen der Anlagen würden in Frage stellen, dass jegliche Betreiber im Allgemeinen genügend Gewinne prognostizieren könnten, als dass die Gewerbesteuer eine verlässliche Einnahmequelle sei. Das könne in Ankershagen, beziehungsweise mit der wpd vielleicht anders sein, aber das gelte es genauer zu prüfen, sagt Ronald Weber. Das Risiko, bei einem zu geringen Gewerbeertrag leer auszugehen, trage schließlich die Gemeinde, so Weber und Will.
Lärmbelästigung, Schattenwurf, sowie die Folgen für Tourismus und Natur würden zu schwer wiegen, um das Risiko eines Windparks einzugehen.Die Zusammenarbeit mit dem Schliemann-Museum und dem Nationalpark, den Fahrradtourismus, sowie Übernachtungsmöglichkeiten auszubauen, sind aus Sicht der Bürgerinitiative sinnvollere Einnahmequellen.„Windräder könnten eventuell schnelles Geld bringen, aber den Ast Tourismus abzubrechen, könnte auf lange Sicht ein Problem werden“, sagte Thomas Will von der Bürgerinitiative. Ronald Weber verweist zudem auf viele Zugezogene in der Gemeinde. „Wer will schon in einen Windpark ziehen“, fragt er sich, ob prognostizierte Einnahmen es wert seien, die Attraktivität des Standortes aufs Spiel zu setzen.

Kontakt zum Autor
g.bahr@nordkurier.de
07.03.2013 
Quelle: Nordkurier 

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