Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
20.03.2013

Märchenhafte Sagen über Penzlin und seine Umgebung

Um Punschendörp und das Umland ranken sich zahlreiche Legenden. Susan Lambrecht vom Arbeitskreis Stadtgeschichte hat in den Sagenbüchern gestöbert.
Penzlin. Die Stadt Penzlin befindet sich in der Nähe des sagenumwobenen slawischen Heiligtums Rethra. Vielleicht wurden deshalb über die Gegend um Penzlin besonders viele Sagen überliefert, die in den Büchern der mecklenburgischen Sagensammler nachzulesen sind. BesondersRichard Wossidlo (1859 – 1939)war, nicht zuletzt in Vorbereitung seines 1909 erschienenen Aufsatzes „Volkssagen über Rethra“, häufig in Penzlin, um sich dort Sagen erzählen zu lassen. Er schrieb diese auf kleine Notizzettel, die er in seinen berühmten Zettelkästen archivierte, welche heute im Wossidlo-Archiv in Rostock aufbewahrt werden. Der Zettelkasten „Penzlin“, enthält 250 Notizzettel mit Sagen, Flurnamen und Literaturhinweisen.
Zahlreiche Sagen erinnern an die Hexenverfolgung. Der letzte Hexer, der in Penzlin verbrannt wurde, soll ein Schäfer gewesen sein, der unschuldig verurteilt wurde. Als Beweis für seine Unschuld wuchsen nach seiner Hinrichtung vor dem Burgtor drei wunderschöne Blumen, wie sie noch nie ein Mensch gesehen hatte. Die Penzliner Kirche und der Hexenkeller unter der Burg sollen der Sage nach durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden sein. Es gibt sogar heute noch Penzliner, die behaupten, als Kind in diesem Gang gewesen zu sein. Eine weitere Sage erzählt vom mitternächtlichen Tanz der Hexen auf dem Mühlenberg in der Walpurgisnacht. Dabei wurde einem Knecht ein Zauberriemen übergeworfen, so dass er sich in ein schwarzes Pferd verwandelte, auf dem die Hexe zum Tanz ritt.
Zahlreich sind die Sagen von Schätzen, die in der Umgebung von Penzlin vergraben sein sollen. In der Trennelkoppel (südöstlich von Penzlin) soll ein Götze der Slawen versenkt worden sein. Auf dem Grapenwerder ist vielleicht noch heute eine goldene Wiege vergraben.
In der Umgebung von Penzlin trieben neben zahlreichen Geistern, Zwergen und anderen Sagengestalten auch Raubritter ihr Unwesen. Der Grapenwerder war von Rittern bewohnt, die in Verbindung zum sagenhaften Rethra standen, welche sich in der Lieps befunden haben soll. Auf dem Räuberberg bei Rahnenfelde hauste eine Bande Ritter. Die lagen mit dem grausamen Räuber Rabandel in Fehde, der mit seiner 210 Mann starken Räuberbande auf dem Rabandelberg in Lüdershof wohnte. Rabandel nahm ein böses Ende, denn die Penzliner taten sich mit anderen Städten der Umgebung zusammen, um die Räuberbande zu besiegen.
Ein Vorfahr unseres Bundespräsidenten Joachim Gauck hat Richard Wossidlo in Penzlin die folgende Sage erzählt, die in einer anderen Variante auch in der 1873 erschienenen Chronik der Stadt Penzlin von Eduard Danneil zu finden ist:
De Stadt Penzlin hett an Maltzan alle Dag ’n Rietpierd liefern müßt. Dat hett he ümmer dooträden. Dor is de Penzliner dat oewer worden, un se hebben em dorför den See gäben (den Penzliner Stadtsee). Oewer se hebben sik wat utbedungen. Up den Steen bi de Frugenswisch würd dor ’n tinnen Töller upsett ’t. Wenn de See so hoch würd, dat dat Water den tinnen Töller runnerspölen ded, denn feel de See wedder an de Stadt. Dor leet de Rittmeinster Maltzan ’ne Bäk maken ut den Stadtsee un leet dor ’ne Moehl anleggen. Dat Moehlengeschirr is nu vergraben. De Moehl wier dor, wo nu de Fischer wahnt.

Kontakt ur Autorin
red-waren@nordkurier.de
20.03.2013 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de