Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
20.12.2016

Mecklenburgerin wird sie wohl nie

Ob das Bürgermeistern ihre Lebensleistung war, das kann Ingeborg Heller nur allein einschätzen. Jedenfalls haben ihr die sieben Jahre im Ehrenamt viel Spaß bereitet. Noch heute hat sie einen aufmerksamen Blick auf das Dorf, in dem es immer lebendig sein soll.

Groß Vielen. Sie ist in die Geschichte eingegangen. Ist die Rede von Groß Vielen, fällt auch immer der Name von Ingeborg Heller. War sie doch die letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde. Bis 2009. Da schloss sich Groß Vielen im Rahmen eines Fusionsvertrages der Stadt Penzlin an, gehört heute zu den 18 Ortsteilen der fünf Kilometer entfernten Kleinstadt.
„Wir sind vor 23 Jahren von Bayern nach Groß Vielen gekommen: Mein Mann und ich, die drei Kinder und Schwiegermutter. Auch ein Pony und ein Esel waren dabei”, erinnert sich die 65-Jährige. Dass sich die gesamte Familie auf den Weg nach Mecklenburg machte, das hatte einen besonderen Grund. Gehörte Schwiegermutter Edda doch der Familie Wenck an, die bis 1945 Besitzer des Gutes war. Doch in das Herrenhaus zogen die Hellers nicht, sondern bauten sich ein neues Heim an der Klein Vielener Straße, Bernhard Heller wurde Wiedereinrichter im ökologischen Landbau.
„Wir hatten zuvor einen Aussiedlerhof in Bayern bewirtschaftet. Beim Erkunden der Stadt Penzlin fand ich viele Parallelen zu meinem früheren Zuhause. Denn die nahe gelegene Stadt Tittmoning hatte auch eine Burg und lag an einem See. So wurden wir alle schnell heimisch”, kommt Ingeborg Heller auf die Anfangsjahre zu sprechen. Sie wurde Mitglied im Penzliner Frauenchor, absolvierte eine Übungsleiterausbildung über den Landessportbund und betreut nun inzwischen seit 17 Jahren zwei Gruppen in der Rückenschule, die sie regelmäßig beim Penzliner Sportverein anleitet.
Ihre Aufgeschlossenheit und ihr Tatendrang ebneten den Weg in die Kommunalpolitik des Dorfes, wo sie zunächst als Stellvertreterin von Bürgermeister Bruno Sander agierte, später seine Nachfolgerin wurde. Nicht das Buswartehäuschen an der Kreisstraße sollte das Dorfzentrum sein, sondern das Gemeindehaus. Hier entwickelten sich zahlreiche Aktivitäten für Jung und Alt. Das Haus für das Dorf zu bewahren, kommt nun demnächst der Feuerwehr zugute. Mit einem Anbau wird sie es irgendwann als Gerätehaus nutzen können. „Dieses Vorhaben gehört noch zu den Festlegungen im Fusionsvertrag mit Penzlin”, sagt Ingeborg Heller. In diesem Rahmen wurde auch die Klein Vielener Straße erneuert. Froh ist sie, dass die Zuwegung in den damaligen Ortsteil Zahren noch zusammen mit dem Warener Planer Ulli Meyer gemeistert werden konnte.
Auch wenn viele Einwohner morgens das Zuhause zur Arbeit verlassen, so sieht die Groß Vielenerin den Ort nicht als Schlafdorf an. Schließlich könne jeder dazu beitragen, dass es hier lebendig zugehe. Großen Anteil habe daran der Reit- und Fahrverein sowie die Ortsfeuerwehr. Kleine Gruppen treffen sich zudem in gemütlichen Runden im Gemeindehaus wie jüngst zum Adventskaffee.
Und es gibt Zuzug in den Ort, weil Ehemalige nun mit ihren Kindern zurückkommen. Um den direkten Draht zwischen Einwohnern – es sind wohl an die 250 – und der Stadtverwaltung Penzlin kümmert sich heute als Ortsvorsteherin Martina Prochnow. Sieht Ingeborg Heller irgendwo ein Problem, greift sie dennoch ab und zu zum Telefon, um für schnelle Abhilfe zu sorgen. Doch ansonsten ist sie froh, Zeit für die Enkel und ihren kleinen Biogarten zu haben.
Dass sie nach wie vor mit dem Plattdeutschen so ihre Schwierigkeiten habe, sieht sie nicht als Manko. Denn die gebürtige Baden-Württembergerin fühlt sich nicht als Mecklenburgerin, in ihr tickt es weiter schwäbisch. Und das hört man manchmal auch.

20.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de